Autor und Hintergründe

Andreas Altmeyer ist ein freier Autor und Friedensaktivist. Als Gründer der Online-Kommunikationsplattform zeitGEIST auf Facebook bietet er Interessierten die Möglichkeit des Meinungsaustausches. In seinem dazugehörigen Blog setzt er sich vertiefend und kritisch mit diversen Gesellschaftsphänomenen auseinander. In seinen Artikeln behandelt er geo-politische Aspekte genauso wie politische Themen des In- und Auslands. Bestimmt wird seine Arbeit inhaltlich vom Topos Frieden, der in seinen Augen nur über Abrüstung sowie einen konstruktiven gesellschaftlichen Diskurs erreicht werden kann. Dieser gesellschaftliche Diskurs schließt für ihn auch Akteure ein, die medial stark stigmastisiert werden (z. B. Russland und der Iran) und wird bestimmt durch eine lebhafte und autonome Debatte jenseits von Schein-Diskussionen der Polit-Talkshows. Bei alledem ist die „Autonomie“ für ihn eine wesentliche Grundbedingung menschlichens Handelns.

Andreas Altmeyer ist interessiert an der jüngeren Geschichte des Nahen Ostens, am geopolitischen Schach der Großmächte und an dem, was die Welt im Innersten zusammenhält. Dabei fließen in seinen Artikeln u. a. auch die Ideen und sorgfältigen Analysen eines Dr. Daniele Ganser, eines Noam Chomsky aber auch eines Ken Jebsen ein. Ein wesentliches Meta-theoretisches Handlungskonzept bietet ihm die Kritische Theorie Adornos und Horkheimers, die von einer dialektischen Gesellschaftsstruktur ausgeht. Ebenso dialektisch ist sein eigener politischer Standpunkt zu verorten, jenseits jeder politischen Etikettierungen, aber stets fokussiert auf Frieden und soziale Gerechtigkeit.

Standpunkte des Autors:

Corona:
„Ein Virus [Corona] als Impuls der Enttäuschung – das klingt vielleicht ein wenig schräg, ist aber dennoch sehr ernst gemeint. Denn es ist doch gerade diese sprichwörtliche „Enttäuschung“ von einem System, dessen Strukturen sich über Jahrzehnte zu maroden Fallstricken Demokratie-verachtender politischer Eliten herangebildet haben, die das Versagen nun auf ganzer Linie zutage treten lässt. Es sind eben jene Fallstricke einer Fassaden-Demokratie, die dazu geführt haben, dass der Sozialstaat nach und nach ausgehölt wurde, die Altersarmut gestiegen ist, die Rüstungs-Etats anwuchsen und sich die Zahl der prekär Beschäftigten auf Rekord-Niveau eingependelt hat, während Monopolisten und exportierende Big Player Rekord-Gewinne eingefahren und noch dazu vom Casino-Kapitalismus unter der Regie von sogenannten Vermögensverwaltern enorm profitiert haben.“
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Corona/Meinungsbildung:
„Der Prozess der Meinungsbildung ist ein vielschichtiger und vor allem mühseliger. Wer glaubt, diesen alleine mit dem Lesen der Tageszeitung oder dem Anschauen der TV-Nachrichten „im Zweiten“ bewältigen zu können, der liegt damit genauso so falsch wie jener, der auf Youtube nach den abgefahrensten Erklärungsmodellen für die Existenz von Außerirdischen sucht.“
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DIE LINKE:
„DIE LINKE wird sich also inner- und außerparteilich einem Diskurs stellen müssen. Wie viel „Realismus“ ist man bereit zu wagen? Und wieviel Utopie der Kernlehre kann und darf man sich leisten? Das ist ein schwieriger Prozess, der, wie das Beispiel Gregor Gysi weiter oben zeigt, oft in die falsche Richtung laufen kann.“

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AfD:
„Oft schon schrieb ich in meinem Blog, dass die AfD nur ein Symptom ist – und es stimmt noch immer: nämlich ein Symptom für die Unfähigkeit der sogenannten repräsentativen Demokratie auf der einen und für die Entrücktheit vieler berufspolitischer Eliten auf der anderen Seite, die ihre Karriere vor höhere Ziele und ihren Egozentrismus vor das Gemeinwohl stellen.“
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Bildung:
„Die Verkürzung der Schulzeit, die stoffliche Verdichtung und zahlreiche Vertretungsstunden tun ihr Übriges, kappen die Kindheit zugunsten eines kompetitiven Leistungsdrills, der gar nicht erst darauf ausgerichtet ist, den Einzelnen ganzheitlich zu fördern. Zugegeben: Akademisierung ist wichtig, aber sie als Königsweg zu verkaufen, führt zwangsläufig auf den Holzweg.“
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Nahost-Konflikt:
„Bei alledem vergessen wir, dass Israel längst zu einem Spielball der westlichen Imperien, allen voran der USA, geworden ist. Denn das Rüstungsgeschäft mit dem Land, das sich permanent im militärischen Ausnahmezustand befindet, boomt. Auch Deutschland verdient da kräftig mit. Es darf also die Frage gestellt werden, wie ernsthaft die sogenannten Friedensbemühungen seitens der westlichen Welt gemeint waren und sind.“
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Sprache:
Ich möchte mich heute nicht zu weit hinaus auf das unruhige Meer der Sprache begeben, das von Urzeiten her eine der interessantesten archäologischen Grabungsstätten und gleichzeitig ein immanentes Zeugnis der menschlichen Entwicklung ist – mal sanft wiegend, mal wild tosend, aber stetig in Veränderung begriffen. Und genau solche linguistischen Schablonen wie die beiden oben genannten sind es, die von Zeit zu Zeit in einer unruhigen Wellenbewegung von der Tiefe des Meeresgrundes hinauf an die Oberfläche der Welt treiben, um sich in einer salzigen Gischt auf einer weißen Schaumkrone, an der Spitze des Wellenkammes, Gehör zu verschaffen.
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Andreas Altmeyer

Andreas M. Altmeyer (Jahrgang 1979) ist Autor, Blogger und Werbetexter. Themenschwerpunkte seiner Arbeit sind u. a. die Politik im Nahen Osten, Analysen zum Konzept des Neoliberalismus sowie zu gegenwärtigen Entwicklungen im Kontext einer kapitalistischen Gesellschafts-Doktrin. Außerdem beschäftigt er sich mit den Grundlagen divergenten Verhaltens (Psychpathologie) und erkenntnistheoretischen Konzepten (kritischer Rationalismus sensu K. Popper). In seinem Blog zeitGEIST untersucht und beschreibt er gegenwärtige gesellschaftspolitische Strömungen und Phänomene.

Vertiefende Buchempfehlungen des zeitGEIST-Autors:


Adorno, Theodor W., Erziehung zur Mündigkeit – Vorträge und Gespräche mit Hellmut Becker 1959 bis 1969

Berne, E., Die Transaktionsanalyse in der Psychotherapie: eine systematische Indivual- und Sozialpsychiatrie, Junfermannsche Verlagsbuchhandlung 2006

Brzeziński, Z., Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie zur Vorherrschaft, Kopp Verlag 2019

Giddens, A., Soziologie [Sociology (1989)], hg.v. Christian Fleck und H.G. Zilian, übers.v. H.G. Zilian u.a. nach der 2. Aufl. 1993, Graz / Wien 1995

Goldschmidt, G. A., Als Freud das Meer sah, S. FISCHER 1999

Heiddegger, M., Sein und Zeit, De Gruyter 2006

Korte, H., Schäfers, B., Einführungskurs Soziologie, 4 Bde., Opladen 1993

Kraimer, K., Die Fallrekonstruktion: Sinnverstehen in der sozialwissenschaftlichen Forschung, Suhrkamp 2020

Marx, K., Engels, F., Manifest der Kommunistischen Partei (1848), existiert in vielen Ausgaben

Miller, A., Am Anfang war Erziehung, Suhrkamp 1990

Mollenhauer, K., Vergessene Zusammenhänge, Über Kultur und Erziehung, Juventa 2008

Quitmann, H., Humanistische Psychologie: Psychologie, Philosophie, Organisationsentwicklung, Hogrefe 1996

Schopenhauer, A., Die Welt als Wille und Vorstellung, Anaconda Verlag 2009

von Schlippe, A., Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I: Das Grundlagenwissen (German Edition), Vandenhoeck & Ruprecht 2012