Facebook-Rollout Mai 2014


Auch wenn Facebook-Seiten-Administratoren in den letzten Monaten nicht mehr viel Neues zu Gesicht bekamen, muss ich sagen, dass das aktuelle Facebook-Rollout und die damit verbundene Layout-Anpassung deutlich gelungener erscheint, als so manch anderer zwanghafter Umstyling-Versuch. Du hast noch keine Veränderung bemerkt? Das hat eben damit zu tun, dass die Anpassungen sukzessive vorgenommen werden. Hier nun die auffälligsten Changes auf einen Blick.

Lästiges „Im Namen von“-Umswitchen entfällt
Wer kennt das nicht? Wollte der Administrator etwas auf seiner Seite posten, musste er immer daran denken, zuvor den Button „Posten im Namen von“ anzuklicken. Ansonsten postete er nämlich gradewegs in seinem Namen – und zwar an die Chronik der von ihm verwalteten Seite. Dieses Problem, das in der Mobile-Version schon länger nicht mehr besteht – wurde jetzt endlich auch für die Desktop-Version gelöst. Einfach auf die Seite gehen und posten. I like!

Verbesserung der Übersichtlichkeit
In Sachen Übersichtlichkeit hat Facebook für Seiten-Admins wohl bisher keinen Blumentopf gewonnen. Nun hat sich das – zumindest ein wenig – verbessert. Auf der rechten Seite erhaltet ihr nun ganz bequem eine Übersicht über neue Likes, Beitragsreichweite, Nachrichten (also Kommentare und Co.) sowie Nachrichten (also Unternehmensnachrichten). Das empfinde ich jedenfalls als eine schöne Veränderung. Auch hierfür ein fettes Like!

Vier Reiter gegen den Rest der Welt
Nun stehen vier Reiter da, wo man sich zuvor mühsam durchklicken musste – namentlich „Seite“, „Aktivität“, „Statistiken“ und „Eintstellungen“. Während wir beim Reiter „Seite“ die von uns verwaltete Seite sehen, gelangen wir bei „Aktivität“ zu den Unternehmensnachrichten. Den Begriff „Aktivität“ finde ich hier daher etwas unpassend. „Postfach“ hätte es wohl auch getan. Unter „Statistik“ findet ihr nach wie vor alles zum Thema „Likes“, „Reichweite“, „Zielgruppe“ usw. Hier ist nun auch jene Beitragsübersicht aufgeführt, die zuvor auf der Haupt-Admin-Seite zu sehen war. Das reicht meiner Meinung nach auch voll aus. Beim Reiter „Seiteninfo“ bleibt fast alles unverändert. Nun gut. Ich sagte fast… Denn als Betreiber eines Restaurants könnt ihr nun unter „Seinteninfo“ das PDF einer Menukarte hochladen. Auch eine nette Sache.

Unterseiten und Apps
Habt ihr mithilfe einer App Unterseiten erstellt? Nun, diese findet ihr jetzt – weit weniger prominent – auf der linken Seite wieder. Dass sie dort dann auch noch unter der Überschrift „Apps“ stehen, finde ich unpassend, gerade dann, wenn Sie noch Online-Buchungs-Tools usw. verwenden, die dem Nutzer einen direkten Mehrwert bringen. Zwar kann neben „Info“, „Chronik“ und „Fotos“ noch eine individuelle App in der Hauptnavigationsleiste aufgeführt werden, dennoch verlieren diese durch diesen Schritt deutlich an Bedeutung. Auch Willkommensseiten dürften damit wohl endgültig im Sumpf der Vergessenheit verschwinden.

Feedback-Elemente
Na ja. Grundsätzlich sind die Meinungen von Nutzern als „Aktivitäten auf der Seite“ nun links unten aufgeführt. Zuvor waren diese prominenter auf der rechten Seite zu finden. Einzig direkte Bewertungen gewinnen an Bedeutung – und zwar bei tatsächlich existierenden Locations. Sie sind jetzt links oben zu finden.

Neues Facebook-Rollout- mein Fazit
Insgesamt sagte ich ja schon, dass die Veränderungen eine Verbesserung sind. Dennoch nerven die zunehmenden Monetarisierungs-Tendenzen schon ein wenig. So wird man überall damit bedrängt, einen Beitrag hervorzuheben und die Reichweite zu erhöhen. Zusätzlich wird die organische Reichweite der Beiträge verringert. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Steve has gone…

Einer der meiner Meinung nach größten Marketing Visionäre und Marken-Bildner ist heute von uns gegangen: Steve Jobs. Der ehemalige Apple-Vordenker war nicht nur der Wegbereiter einer neuen, innovativen Produktidee, sondern erschuf ein völlig neues Produkt-Erleben, im Marketing-Slang oft „Brand Awareness“ genannt. Apple war Jobs – Jobs war Apple und diese Symbiose verzückte die Apfel-Evangilisten so sehr, dass sich bei einer Produkteinführung schon Tage zuvor lange Menschenketten vor den Geschäften bildeten. Ob iPad, iPhone oder iPod – nicht nur die Usability der Apple-Devices ist anders, sondern auch ihr Design.

Kurz gesagt bewies man bei Apple schon sehr früh, dass Elektronik nicht unbedingt einen klinisch-klotzigen Anstrich haben muss. Was die Welt mit dem grünen Apfel aus Cupertino, Californien, verbindet, ist weniger das Produkt, als viel mehr der damit implizierte Lebensstil.

Gut erdacht und schön gemacht – allemal. Gerne wird dabei vergessen, dass das Unternehmen, allen Lobeshymnen zum Trotz, noch im Jahre 1997 fast eine Milliarde Dollar abschreiben musste, die ihm sein ehemaliger CEO Michael Spindler eingefahren hatte. Doch dann übernahm Herr Jobs das Ruder und machte aus dem vor sich hin dümpelnden High-Tech-Unternehmen für Insider das, was es heute ist. Er vereinbarte mit Microsoft einen Mega-Deal und brachte den Software-Riesen dazu, 150 Millionen Dollar in das angeschlagene Unternehmen zu investieren – der Startschuss für einen beispiellosen Siegeszug.

Durch Jobs zog letztlich eine völlig neue Unternehmenskultur in die Apple-Hallen ein und schon mit der MacBook-Produktreihe wurde endlich die wertvollste Klientel erschlossen: Die Heimanwender. Heute sind es die iPhones und iPads, denen Apple stets satte Gewinne verdankt – klassische Lean-Back-Devices eben, die uns mit Spielereien und ansprechendem Design in ihren Bann ziehen. In dem vom TV-Inspektor Columbo geborgten Satz „Da ist noch eine Sache“, hatte Jobs im Jahr 2007 auf der Apple-Hausmesse das iPhone, ein internetfähiges Mobiltelefon, vorgestellt. Drei Jahre später folgte das Ipad. Ja die Auftritte des Mannes mit Bart, legèrer Blue Jeans und schwarzem Rolli waren schlicht aber spektakulär, denn sie versprachen Innovationen und nicht selten läuteten sie in Sachen Technik ein neues Zeitalter ein.

Längst sind die mobilen Apple-Flaggschiffe zum Must-Have der leicht narzistisch veranlagten Businesspeople dieser Welt geworden. Ein Freund von Jobs sagte einmal: „Steve ist ein Genie. Der weiß, was sich am Markt durchsetzt, bevor die Kunden überhaupt eine Ahnung haben, was es gibt und was sie wollen.“ Wie recht er hat.