Merz macht sich zum Lügner

Dadurch, dass ein Volk nicht mehr die Kraft oder den Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk“, so die treffenden Worte des Staatsrechtlers Carl Schmitt. Diese Weisheit gilt nach wie vor auch in den heutigen turbulenten Tagen, in denen einerseits die Definition dessen, was politisch ist ad absurdum geführt und das Volk, um wiederum eine Schmitt’sche Metapher zu bemühen, an der Nase durch die Manege gezerrt wird. Schon die sogenannte Brandmauer war eine rhetorische Täuschung derer sich die Kartellparteien bedienten, eine semantische Finte, auf die, und das ist tragisch, immer noch zu viele Menschen hereinfielen. Doch was Merz und seine Spießgesellen mit der bewusst undemokratischen Lockerung der Schuldenbremse und der Fortführung des Massenmigrations-Kurses entfesselt haben, gleicht einer geöffneten Büchse der Pandora. Innerhalb eines Tages bürdete der Möchtegern-Kanzler den deutschen Staatsbürgern noch einmal so viele Schulden auf, wie die Bundesrepublik insgesamt von 1950 bis in Jahr 2009 machte. Auch hier wird inhaltlich mit allen Tricks gearbeitet. So sollen zukünftig Rüstungsausgaben von der Schuldenbremse ausgenommen werden, die über 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen. Während Branchenverbände im „Infrastrukturpaket“ blauäugig die Chance auf einen Konjunktur-Aufschwung wittern, erläutert Dr. Volker Wissing, Noch-Bundesminister für Digitales und Verkehr, die wahren Absichten der monetären Entfesselung: „Deutschland ist logistischer Dreh- und Angelpunkt für Europa. Das gilt neben den regulären Wirtschaftsverkehren … auch für militärische Transporte.“ De facto geht es also um die Vergabe von Kriegskrediten und um die Transformation einer Zivil- in eine Kriegswirtschaft. So steht beispielsweise auch der VW-Standort in Osnabrück bereits auf der Rheinmetall-Wunschliste.

Während die USA und Russland bereits am Verhandlungstisch sitzen, fahren die deutschen Kartellparteien weiterhin einen ungebremsten Konfrontationskurs. Die im Jahr 2011 aus gutem Grund installierte Schuldenbremse ist Geschichte, zu den bereits 29 existierenden „Sondervermögen“ (sechs von ihnen belaufen sich auf eine Gesamtsumme von 869 Milliarden Euro) gesellt sich ein weiteres Schuldenjoch, das schwer auf den Schultern zig zukünftiger Generationen lasten wird.

Merz, der im Interview mit der Bild am Sonntag (16. März 2025) zugab, bereits vor der Wahl die Lockerung der Schuldenbremse unter bestimmten Umständen parteiintern bejaht zu haben, macht sich damit indirekt zum Lügner. Öffentlich hielt er bis zuletzt an der Schuldenbremse fest.

Um die Sperrminorität der AfD und Linke im zukünftigen Bundestag 2025 zu umgehen, drängt er auf die schnelle Verabschiedung der benötigten Grundgesetzänderung. Und alle Demokratie-Simulanten spielen mit. Auch Bundestagspräsidentin Bärbel Base, die den neu gewählten Bundestag auf die Wartebank setzt und selbst Gregor Gysi, der in diversen Posts kundtut, warum das rechtlich völlig okay sei. Spätestens jetzt, liebe SPD- und CDU/CSU-Wähler, sollte es Ihnen doch Angst und Bange werden. Spätestens jetzt sollten auch Sie verstanden haben, dass „Ihre“ Parteien nichts für demokratische Mechanismen übrig haben, sondern alle Rüstungslasten auf die kleinen Bürger abwälzen werden. Sie dachten, Sie machen Ihr Kreuzchen bei CDU/CSU oder SPD und stimmen damit für Frieden, Sozialstaat, Abrüstung und gegen Massenmigration? Na, da haben Sie sich mal schön verar… lassen.

Die neue „kleine“ Koalition aus Ökofaschisten, Blackrockern und ethnomasochistischen Sozialisten wird Ihnen auch diesen zerstörerischen Kurs als „sinnvoll“ verkaufen, und sie werden vielleicht, nickend und innerlich zustimmend, vor Ihren Empfangsgeräten sitzen und Anne Will oder Markus Lanz schauen, nur um sich politisch mündig zu fühlen, während Sie Ihren moralinen Zeigefinger auf Trump richten.

Wir werden – nach wie vor – verachtet von einer Regierung, deren Ansinnen die massive Aufrüstung, der Kahlschlag im Sozialstaat und die weitere Massenmigration ist. Schon im sogenannten „Sondierungspapier“ von Union und SPD war auf der ersten Seite zu lesen, was diesen „deutschen“ Parteien wirklich am Herzen liegt. Weder Volk noch Vaterland, sondern die massive Aufrüstung der Ukraine. Noch einmal: DAS und nichts anderes stand auf Seite eins. Noch Fragen, liebe Kartell-Partei-Wähler?

Die Selbstentlarvung der Kartell-Polit-Akteure ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Und doch schläft die Mehrheit der Bürger noch immer kuschelig warm und wirtschaftlich weich gebettet in den Ruinen des einstigen Wirtschaftswunderlandes. Noch, so scheint es, sind die ökonomischen Einschläge, die Gewalt an den Bahnhöfen und die Deutschlandhassenden Talahons weit weg von den Neubaugebieten und ihren sorgsam getrimmten Vorgarten-Hecken.

Merz lügt – dreist und dreckig. Und scheint damit bei der Mehrheit der Deutschen durchzukommen. Er verrät die eigene Partei und deren Abgeordnete sowie deren Wähler. Er öffnet mit der Implementierung des Begriffs „Klimaneutralität im Grundgesetz“ die Tore für massenhafte Klagewellen, und das ohne eine parlamentarische Abstimmung. Dies wird wahrscheinlich nachhaltig die deutsche Industrie schwächen. Der erweiterte Verteidigungsbegriff, der ebenfalls unter dem Stichwort „Bevölkerungsschutz“ ins Grundgesetz aufgenommen werden soll, ist ein Türöffner zur Querfinanzierung grüner Ideologie-Projekte, denn: Zu diesem Bevölkerungsschutz gehören laut Definition auch Projekte, die sich der Aufklärung in Sachen Klimawandel widmen. Auf diese Weise könnten Milliarden, die eigentlich zur Modernisierung der Bundeswehr dienen sollen, „klimaneutral“ verpuffen. Propaganda mit nahezu unbegrensten steuerlichen Mitteln. Obendrein werden Bürger und Steuerzahler mit zunehmenden Realzinsen stark belastet und die Inflation wird durch die 1- Billion-Euro-Schulden steigen.

Was bleibt? Die Hoffnung auf eine weiterhin erstarkende politische Rechte. Global stehen die Zeichen dafür sehr gut. Als Gegengewicht zum regierungspolitischen Narrativ eines woken Internationalismus war diese noch nie so wichtig wie jetzt. Perspektivisch wird der marode Grundbau der Systemparteien dann in sich zusammenbrechen, wenn sich die zentralstaatlichen Umverteilungsversuche sowie die propagierte Massenmigration spürbar zu den Totengräbern unsers Landes entwickeln. Dann wird selbst der verblendetste Bunt-Demonstrant erkennen, dass er mit seinem Protest nicht „für“, sondern „gegen“ eine echte Demokratie auf die Straße ging und sich zum Erfüllungsgehilfen einer heimatverachtenden Polit-Clique machte.  

Der Getriebene ist nicht die AfD, die geduldig auf ihre Chance warten kann, sondern Merz und seine Clique der Helfershelfer: Hasselmann, Klingbeil, Esken und die ehemalige Weinkönigin Klöckner, die wohl die Rolle der Bundestagspräsidentin übernimmt.

Doch ich prophezeie: Merz wird erstens nicht durchregieren können, weil es zweitens Neuwahlen geben wird. Drittens: Mit seinem endgültigen Ausfallschritt nach links hat Merz die CDU endgültig als Volkspartei beerdigt. Dafür müsste die AfD ihm eigentlich dankbar sein.

Was mit dem demokratieverachtenden Gebaren „gegen rechts“ begann, gipfelt im Würgegriff gegen ein ganzes Volk. Nein, von diesen Laiendarstellern war und ist nichts zu erwarten als desaströser volkswirtschaftlicher Ruin, mehr importierte Gewalt, mehr Kiez, mehr Bürgergeldempfänger und ein sich wandelndes Gesicht unseres Landes. Schuld daran hat nicht nur die Merz’sche Macht-Clique. Schuld daran haben auch alle jene, die den Mainstream-Medien glaubten, die die CDU und SPD wählten, obgleich sie dieses Land seit Jahren schon aufs ökonomische und nationale Abstellgleis fahren. Man möchte es jenen „Die AfD hat zwar in vielen Punkten recht, aber ist unwählbar“-Kreuzchen-Machern quasi entgegenschreien: „Ihr habt euch an euren Kindern und eurem Land versündigt.“

In allem liegt bekanntlich etwas Gutes. Der Karren ist nun spürbar so tief im Dreck, dass die Regierungs-Akteure ihr wahres Gesicht zeigen müssen. Die Gewalt im öffentlichen Raum wird weiter zunehmen, das Gesicht Deutschlands sich weiter negativ verändern. Während das Bündnis Sahra Wagenknecht fulminant scheiterte, ist all das Wasser auf die Mühlen der Alternative für Deutschland. Merz zerstört nicht nur die CDU. Mehr noch: Die selbsternannte „demokratische Mitte“ demontiert sich selbst. Allein der Schaden, den sie unserem Land anrichtet, könnte epochal werden.  

AfD im Aufwind und der Mainstream staunt verlegen

Immer wieder ertappe ich die Journalisten unserer Premium-Staatspresse dabei, wie sie sich selbstentlarvend – zwischen fader Scheinheiligkeit und blindem Gehorsam – zu den willfährigen Erfüllungsgehilfen unserer Altparteien machen. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ So geschehen und gesehen auch auf dem vergangenen AfD-Parteitag, als das AfD-Führungspersonal vom ZDF-Spartensender Phönix interviewt worden war. So wurde dem Ersten parlamentarischen Geschäftsführer der AfD, Dr. Bernd Baumann, immer wieder, ganz ZDF-like, und mit moralinem Anstrich, Fragen gestellt, die stets von einer infantilen und zutiefst „einfach strukturierten“ Weltsicht zeugen. Ob man den Krieg mit Russland nicht verurteile? Ob nicht auch die FDP gegen eine generelle Impfpflicht gewesen sei und damit der AfD ihr „Alleinstellungsmerkmal“ genommen hätte? Und so weiter und so weiter. Eben diese moraline Fragen sagen mehr aus über den Sender (hier sogar im wahrsten Sinne des Wortes) als über den Empfänger dieser Worte.

Die staatlich subventionierten Medienanstalten wollen und können, wie es scheint, nicht verstehen, dass die Wahlergebnisse und der damit verbundene Aufschwung der AfD lediglich als ein Symptom zu verstehen ist, das als solider Indikator für eine massive Unzufriedenheit im Volk steht.

Unter dem Deckmantel der Identitätspolitik hat man über die Jahre im Merkelianischen Zeitalter Bodenlöcher gestopft, während ganze Brücken eingerissen wurden. So trieb man das Volk vor sich her, von Narrativ zu Narrativ, vom Griechenland-Rettungsschirm, zur Corona-Panik bis hin zur Klima-Krise, immer flankiert von einer entsprechend harschen Rhetorik der Medien, die in ihrer Dramaturgie und Emotionalität zuweilen kafkaesk anmutete und das Volk entmündigte und drangsalierte.

Nach der Ära-Merkel folgte schließlich ein rot-gelb-grüner Schlitterkurs  zugunsten einer absoluten EU- und damit NATO-Hörigkeit, die die Bevölkerung noch mehr als Zahlmeister für ihre sogenannte wertegeleitete Politik in Haftung nimmt, ohne eben diese Werte selber, oder wenn, nur selektiv zu achten. Jene Differenz zwischen subjektiver Alltagserfahrung der Bürger auf der einen und dem utopisch-zentralistischen Wunschdenken der Regierenden auf der anderen Seite begründet letztlich den endgültigen Vertrauensbruch ins politische System. Die Wurzel des Übels liegt in einer von der Lebenswirklichkeit entkoppelten Regierungskaste, die unfähig und trunken von der eigenen Hybris auf eine Politik des wirtschaftlichen Niedergangs setzt.

Wahrscheinlich wird aus jenem Grund nur noch eine „Minderheitenpolitik“ verfolgt, weil man weiß, dass man bei der Mehrheit der Menschen damit längst nicht mehr punkten kann. Wie wollen diese sogenannten Volksvertreter, die das Volk lediglich treten und nicht vertreten, den Menschen denn erklären, warum sie höhere Preise zahlen, immer länger arbeiten, im Rahmen der Digitalisierung mit dem Arbeitsplatzverlust rechnen und massive Einschnitte hinnehmen müssen, wenn auf der anderen Seite riesige Ausgaben für Rüstung und eine ungebremste Einwanderung ermöglicht werden?

Obendrein wird das Volk geschröpft im Namen einer abstrakten Klima-Doktrin, die in Wahrheit eine massive Umschichtung von Kapital von unten nach oben ist, weder logisch, noch sinnvoll. In Wahrheit ist dieser energiepolitische Alleingang imperialistisch, alles andere als nachhaltig und egoistisch. Wer für Windräder Bäume abholzt, wer für Elektroautos den Abbau seltener Erden in Afrika unter schlimmsten Umständen in Kauf nimmt und nicht weiß, wie diese Elektroautos überhaupt funktionieren sollen, wenn das Netz strauchelt, der handelt zutiefst destruktiv.

In einer solchen Stimmung der Enttäuschung grüner Ideale, die ein Verrat am Wähler ist, haben also die Mainstream-Medien die Nerven, zu fragen, weshalb die AfD einen solchen Zulauf erfährt. Diesen Zulauf muss man sicherlich nicht gutheißen, aber logisch ist er allemal.  Denn die ehemals großen Parteien haben nicht nur ihre Ziele aus den Augen verloren, sondern auch an inhaltlicher Substanz eingebüßt. Auch daher, da die Profile der Altparteien zusehends verwässern und sich in den großen Fragen (Migration, Klima, Energiepolitik) kaum noch unterscheiden. Man ist sich einig über die Marschrichtung, man denkt in transatlantischen Kategorien, denkt Europa als abstraktes Konstrukt der Verbote, ohne ihm je einen echtes Fundament gegossen zu haben. Und dieser Kurs des Regierens von „oben nach unten“ rächt sich mit jedem weiteren  umweltpolitischen Paradoxon eines Robert Habeck oder eines weiteren Messermordes.  Das kann man schlecht finden, ändert aber nichts an der Tatsache.

Der Zugewinn der AfD fügt sich ein in eine europäische Politiklandschaft, die „rechte Parteien“ für sich neu entdeckt hat. Nicht nur Ungarn und Polen sind hier zu nennen, sondern jüngst auch Spanien,  Schweden und in Italien: Allesamt werden von Rechtsbündnissen regiert. Vielleicht hat diese Wiedererstarkung des Ultra-Konservatismus eben mit all den vorher genannten Motiven zu tun. Vielleicht aber auch mit der Sehnsucht der Menschen nach Stabilität und eben doch einer „Festung Europa“, die sich als Bollwerk gegen etwaige äußere Bedrohungen und nationale Entfremdung  versteht.


Fest steht, dass sich auch in Deutschland die „Noch“-Regierungsparteien gegen diesen Trend nicht wehren können. Das Nicht-Wahrhabenwollen der AfD und die neurotische Weigerung der Etablierten, von jeglicher Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland abzusehen, hat nur der AfD genutzt. Wäre nächsten Sonntag Bundestagswahl, hätte die Ampelregierung keine Mehrheit. Das spricht Bände. Wir streben einem Europa der starken Nationalstaaten entgegen, mit freiem Handel, aber ohne unnötige Bürokratie und immensen Verwaltungsapparat. Vielleicht ist dies ein erster Schritt, das System selbst zu revolutionieren. Denn die Grenzen des repräsentativen Parlamentarismus sind unüberschaubar und können nur durch mehr Direktdemokratie nach Schweizer Vorbild überwunden werden. Fest steht auch, dass die AfD nur dann einen langfristigen Erfolg einfährt, wenn sie an ihren Kernthesen in den Bereichen Migration, Klima und Wirtschaft festhält, denn nur damit ist sie als strukturelle Opposition für ihre Klientel wählbar.

Es ist an der Zeit, eine neue, von strategischen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten geleitete Politik zu konzipieren. Wenn die AfD dafür ein vorübergehender Katalysator ist, so sei es.

Quelle: Screenshot http://www.infratest-dimap.de





Der deutsche Michel schweigt

Wenn in Frankreich die Menschen auf die Straße gehen, um gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters zu demonstrieren, erzeugt das bei vielen Deutschen nur Kopfschütteln – mehr noch: Fassungslosigkeit, Unverständnis und nicht selten sogar schiere Wut. Und genau hier, so denke ich, liegt ein großes Problem. Denn so lange sich große Teile der Zivilgesellschaft und des Gemeinwesens mit den neoliberalen Ideen identifizieren und diese mittragen, solange muss man sich nicht wundern, wenn die politische Kaste auch in Deutschland ihren Schabernack bis an die Schmerzgrenze treibt.

Sie tut dies, so viel sei gesagt, weil wir sie gewähren lassen, weil wir letztlich unser Mandat als Bevölkerung niedergelegt haben und vielleicht noch von dem Irrglauben beseelt sind, dass uns diese Regierung der Ideologisch-Verbrämten erretten könnte von dem uns blühenden Schicksal, das eben aber diese politische Kaste und die Vorgängerregierung erst zu verantworten haben. Eingeläutet durch die Flüchtlingskrise 2015, zeigen uns die sogenannten politischen „Führer“ unentwegt, dass ihnen an der eigenen Bevölkerung, am eigenen Volk, nichts gelegen ist, außer wenn es als Zahlmeister für ihr skurriles Schauspiel herhalten soll. Statt die berechtigten Ängste der Deutschen ernst zu nehmen, die Sicherheit im öffentlichen Raum sowie an den Außengrenzen des Landes zu stärken und die ungebremste Einwanderungsflut endlich zu stoppen, regieren uns Baerbock, Scholz und Habeck bis ans Ende des Regenbogens, nur dass dort für die eigene Bevölkerung kein Topf voll Gold wartet. Ein Vorbild könnte hingegen die Reformierung der Einwanderungspolitik nach kanadischem Vorbild sein, um gezielt Fachkräfte zu gewinnen.

Der deutsche Michel, oder zumindest der wohlstandsgesättigte Part von ihm, findet dies wohl deswegen gut, weil er sich so, ob der sogenannten „wertegeleiteten Außen“ und ideologischen Innenpolitik, reinwaschen will von einem durch einen klimaschädlichen Neubau, SUV und zahllose Urlaubsflüge sich einstellenden schlechten Gewissen. Obendrein ist ja, das ist Merkel’sches Gesetz, die Einwanderungsflut stets alternativlos. Und wenn man sich an die von unserer Polizei freundlich begleiteten Flüchtlingsströme aus dem Jahre 2015 nach „good old germany“ erinnert, könnte man das tatsächlich meinen. Doch „alles Lüge“.

Die Grüne-Partei-Eminenz der Ahnungs- und oft Abschlusslosen, flankiert von einem dementen Kanzler und einer machtberauschten und nach links gerückten FDP, sorgt dafür, dass sich verdienter Wohlstand und die tradierte Kultur Deutschlands langfristig in Luft auflösen. Selbst Bismarck ist vor einer solchen links-grünen „Kulturrevolution“ nicht sicher – so „entnamte“ Annalena, die ja vom Völkerrecht kommt, den Bismarck-Saal des Auswärtigen Amtes. Das zeugt von Kurzsicht und Geschichtsvergessenheit. Doch der Deutsche Michel schweigt.

Er schweigt auch zu den Verfehlungen unserer politisch Verantwortlichen im Ahrtal, zu den mittlerweile nachweislichen Impfschäden, verursacht durch die Corona-Vakzine, die sich so viele Deutsche mit einem Anflug von devotem Enthusiasmus oder aufgrund des Gruppendrucks in die Arme jagen ließen. Die politischen Corona-Jünger währenddessen sind immer noch in Amt und Würden. Weil sie ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass man sie gewähren lässt – immer wieder. Und sie haben Recht.  

Der Deutsche Michel schweigt, wenn deutsche Familien wegen sogenannten Flüchtlingen aus ihren Wohnungen ausziehen müssen, wenn ukrainische Flüchtlinge in Nobelkarossen nach Deutschland kommen und wenn uns die Bundesregierung erklärt, dass gegen Putin vom internationalen Gerichtshof ein „Haftbefehl“ erlassen wurde. Der deutsche Michel fragt auch nicht, wo die Haftbefehle für Blair, Bush oder gar Obama bleiben, denn sein Gedächtnis ist kurz. Allesamt verstießen gegen das Völkerrecht, allesamt sind Verbrecher und gehören, wenn man schon solche Maßstäbe anlegt, ebenso vor den internationalen Gerichtshof. Doch der deutsche Michel misst mit zweierlei Maß, auch was die Anschläge auf Nordstream 2 betrifft und die Demontage des Industriestandorts Deutschland durch die eigene Regierung.

Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem man sich in einem obskuren Genderwahn von sich selbst entfremdet und von den eigentlichen, tieferliegenden sozialen Verwerfungen abgelenkt wird. In einem Land, das einhundert Milliarden Euro für Waffen und Tod ausgibt und auf der anderen Seite seine Sozialleistungen an Menschen verschenkt, die weder unser Verständnis vom europäisch gewachsenen Humanismus teilen, noch in die Sozialkassen eingezahlt haben. Sinngemäß hat ja schon der große Peter Scholl-Latour gesagt, dass man, wenn man dazu geneigt sei, ganz Kalkutta aufzunehmen, irgendwann selbst zu Kalkutta wird. Und darin liegt wohl eine tiefe Wahrheit.

Das Aufzeigen der Symptome für ein quasi schon „selbstverletzendes“ nationales Verhalten, ist das eine. Das Ergründen der Motive für ein solches wiederum etwas ganz anderes. Freilich ist man immer dazu geneigt, eine solche Erklärung monokausal herunter zu brechen, weil sie unendlich viele Nuancen birgt, die es zu berücksichtigen gilt. Doch die grobe Richtung, ein klares Muster, ist schon seit Jahren politisch erkennbar. Die deutsche Regierung hat sich spätestens nach der Post-Schröder-Ära vollends gemein gemacht mit den transatlantischen Interessen und der damit verbundenen Konfrontationspolitik gegenüber Russland. Dafür spricht die klare Abwehrhaltung, mit der der „amerikanische Westen“ in all den Jahren auf die Putin’schen Annäherungsversuche reagiert hat. So hat Putin am 25. September 2001 in seiner beeindruckenden Rede im Deutschen Bundestag betont, dass ihm an einem wirtschaftlich und sicherheitsarchitektonisch gemeinsamen Weg gelegen ist.

Auf westlicher Seite, um bei den sich allgemein darstellenden Mustern zu bleiben, überwog jedoch der Glaube an eine transatlantische Ausrichtung, gepaart mit einer von US-amerikanischer Seiten massiv vorangetriebenen Vernetzung in Think Thanks und NGOs, die wiederum Entscheidungsträger an öffentliche und politische Schaltstellen hievten.

Vielleicht ist diese Art des „Einnordenlassens“ für transatlantische Ziele auch eine Mischung aus „kolonialer“ Hörigkeit dem amerikanischen Kriegsherren gegenüber, der das Deutschland, wie wir es kennen, aus den Fängen des Faschismus befreite, und andererseits das Ergebnis einer daraus gewachsenen Verbindlichkeit. Vielleicht spielen aber auch politische Naivität, geostrategische Unkenntnis oder eben alles zusammen eine Rolle.  

Ich unterstelle den deutschen Aspiranten solcher NGOs noch nicht einmal eine böse Absicht, zu Recht, so denke ich aber, das Motiv und den Glauben daran, durch die Vernetzung einen entsprechenden Vorteil zu erhaschen. Dass dieses karrieristische Schema funktioniert, zeigen ja in persona Annalena Baerbock (Young Global Leaders) und Jens Spahn (Young Global Leaders). Diese beiden Beispiele spiegeln auch, wie sehr das WEF auf politische „Aufsteiger“ Einfluss nehmen kann und diese für seine Ziele instrumentalisiert. Dies scheint mir ein wichtiger Baustein im Erklärungsmodell für die deutsche Duckmäusigkeit der Regierenden.

Demgegenüber steht eine Bevölkerung, die einerseits im wahrsten Sinne des Wortes gesättigt und wohlstandsverwöhnt geworden ist. Die weiten Teile, die nicht zu den wirtschaftlich sichereren Gewinnern gehören, sind meist unpolitisch oder haben sich ihrem Fatalismus ergeben. Ein Beispiel gefällig? Im Jahr 2019 haben rund 25 (!) Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland bei der Bundestagswahl nicht gewählt. Was zeigt uns das? Dass sich ein nicht unerheblicher Teil in der Politik Deutschlands überhaupt nicht mehr repräsentiert sieht und/oder dafür nicht interessiert. Der andere Teil der „noch Wähler“ findet sich meist ab mit kunterbunten Koalitionsverhandlungen, denen politische Inhalte und Kernthesen zum Opfer fallen, mit Wahlversprechen, die nicht gehalten werden, mit einer Politik gegen das Volk. Oder man wählt eben klar die Opposition.

Die jetzigen Politiker profitieren sicherlich auch von dem Wert, den eine „Wahl“ in den Augen der meisten Menschen noch hat. Doch dieser Wert verblasst in einer Welt, in der die politischen Profile zusehends verschwimmen und sich auf einen US-amerikanischen Kurs ausrichten, der eigenen nationalen Interessen schadet.  

Eben jene Menschen, die an einen Wert der Wahlen überhaupt noch glauben, haben nicht verstanden, dass das System als solches inhärent krankt. Und eben diese Menschen stehen fassungslos daneben, wenn unsere französischen Nachbarn von ihrem ureigenen demokratischen Recht Gebrauch machen: dem Kundtun ihrer Meinung durch eine Demonstration.

Dass sich unser Volk in weiten Teilen hingegen bereits abgefunden hat mit der Aufweichung des Sozialstaates, der massiven Senkung des Rentenniveaus und dem sinnlosen „Verballern“ von 100 Milliarden Euro, zeugt von dessen Teilnahmslosigkeit, dessen Verharren in der eigenen Echokammer, der bequemen Resignation.

Neulich schilderte Thomas Haldenwang, der oberste „Verfassungsschützer“ unseres Landes, dass die Klimaaktivisten ihm keine großen Sorgen bereiteten, denn immerhin würden diese nicht die Regierung als solches in Frage stellen. Und genau da liegt das ganze Dilemma. Wir haben eine Generation aufgezogen, die selbst in ihrem politischen Verhalten strukturell apolitisch ist. Die so sehr in der Watte des Wohlstandes sozialisiert wurde, dass sie die Regierung für ihren gottgegebenen Souverän hält, die lauthals schreit, auf Asphalt klebt, so wie an ihrer eigentlichen Sehnsucht nach Wohlstand, WLAN und Datenvolumen.

Demokratie, lieber deutscher Michel, ist mehr als die Abgabe deines Stimmzettels am Wahlsonntag in der Mehrzweckhalle.  

Rauchen kann tödlich sein: Die Sucht und ihre Doppelmoral

Wenn in Deutschland heutzutage über das Verkaufsverbot der sogenannten Elektronischen Zigarette nachgedacht wird, so wirft das in meinem Inneren ein paar Fragen auf. Es ist nicht das Verbot selbst, das an dieser Stelle zu diskutieren ist, vielmehr dessen Begründung, der gesundheitsgefährdende Aspekt des elektronischen Qualmens, der angeführt wird, nämlich. Wenn also das Gesundheitsamt in Nordrhein-Westfalen und andere Länderbehörden, wie gerade geschehen, öffentlich ankündigen, gegen den Verkauf der elektronischen Nikotin-Inhaler vorzugehen, ist dieser förmlich invasive Akt der Nächstenliebe schon verbunden mit einer gewissen Doppelmoral. Während nämlich weiterhin über die Gefährlichkeit oder Ungefährlichkeit der E-Glimmstängel diskutiert wird, dürfen die Zigarettenkonzerne ihre Lungenkrebs verursachenden, Gefäßwand schädigenden und somit nachweislich lebensverkürzenden Erzeugnisse weiterhin ungehindert an Tankstellen und in Supermarktketten absetzen, völlig unbehelligt vom Staate oder dessen ausführenden Institutionen.

Der ein oder andere mag sich dem Verdacht nicht erwehren können, dass die Spielräume der Tabakindustrie – einst erwachsen im blauen Dunst teerschwarzer Vorzeiten – mit einem rein ökonomischen Faktor – namentlich der Steuerbanderole – zu tun haben. Sie spült dem Bund seit Jahrzehnten schon aschgraue Moneten in die klammen Kassen. Das muss gesagt werden: Rauchen ist grundsätzlich schlecht – für Gesundheit, Geldbeutel und somit auch für die Gesellschaft. Aber wo endet die Gefahr des einen und wo beginnt die Gefahr des anderen Sucht-Mediums oder ist die Definition darüber reine Willkür? Sucht-Medium, ich führe das Wort an dieser Stelle ein, da sich der E-Zigaretten-Dissenz nicht einmal mehr im Suchtmittel Nikotin von der staatlich gebilligten Form der Suchtbefriedigung unterscheidet. Bei aller öffentlicher Polemik geht es scheinbar nicht, und das mag wenig überraschen, um ernst gemeinten Gesundheitsschutz.

Vielmehr trägt man staatlich noch dazu bei, eine kommerzielle Grauzone zu schaffen, in der gesundheitsgefährdende Suchtmittel gewinnbringend veräußert werden dürfen und der Eindruck entsteht, das Konsumform A ungefährlicher sei als Konsumform B. Bitteschön: Auch zum herkömmlichen Rauchen liegen genügend Langzeitstudien vor und die, die vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren einst stark ihrem Laster frönten, könnten die tödliche Wirkung des Rauchens bestätigen, wären sie nicht schon tot.

Es ist zweifellos die fehlgeleitete Definitionsmacht des Staates, die mich förmlich zur Weißglut (!) bringt. Natürlich ließe sich sagen: Der Aufdruck von mahnenden, schwarzen Formeln auf Zigaretten-Schachteln müsste ausreichen, um den Verstand der Menschen eindringlich genug auf die Gefahr des Rauchens hinzuweisen. Doch der Sucht ist nun mal nicht mit reiner Vernunft beizukommen, da die Sehn(Sucht) der Menschen nach schädlicher Glückseligkeit vielleicht stärker ist als der Drang, ein gesundes, langes Leben zu leben. Im Übrigen würde man auch von einem Heroin-Abhängigen wohl auch kaum erwarten, dass er die Finger von der Spritze ließe, wenn sich darauf der Aufdruck „Achtung Lebensgefahr!“ befände.

Allerdings führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom. So könnte man, und das wäre sicher nicht das Schlechteste, eine viel härtere Präventions-Politik vom Staate einfordern. Wenn also schon kein grundsätzliches Tabakverbot durchsetzbar ist, wie wäre es dann mit weitreichenden Aufklärungskampagnen in Schulen, dem Verbot sämtlicher Plakat-Werbung für Tabakprodukte sowie Waren-Anpreisungen dieser Kategorie – inklusive Aufstellern und so weiter. Das wären doch mal klarere Ansagen als die halbherzig produzierten TV-Spots der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die gerade mal zwischen 19.45 Uhr und 20.00 Uhr laufen. Überhaupt: Ein staatlich verordnetes Gespräch mit einem Lungenkrebs-Patienten bewirkte wahre Wunder und im Facebook-Zeitalter ließen sich blitzschnell etwaige Inhalte viral verbreiten. Zwar könnte auch mit einem aggressiveren Anti-Sucht-Programm noch immer keine hundertprozentige Überzeugungsarbeit in Sachen Nichtrauchen geleistet werden, soviel ist sicher, aber immerhin wirkte unser Staat in dieser Hinsicht dann ein wenig authentischer und engagierter.

Leider besinnt man sich in Sachen Präventions-Vermarktung immer noch auf die gleichen, altmodischen 80ger-Jahre-Rezepte. Ja, ja das waren noch Zeiten, als es ausreichte, Hella von Sinnen in einem TV-Spot an eine Supermarkt-Kasse zu setzen und den damals noch juvenilen Ingolf Lück linkisch fragen zu lassen, was denn die Kondome kosten. Damals ging es übrigens um eine andere Gefahr, um Aids nämlich. Heute sieht man fast keinen TV-Spot mehr zu diesem Thema, obgleich die Krankheit noch da ist und einige Jugendliche sicherlich der Aufklärung bedürften.

Abgesehen davon: Das Thema Alkohol haben wir bis dato ja noch völlig aus unseren Überlegungen ausgeschlossen. Warum wird hiervor eigentlich nicht gewarnt bzw. darf dieser sogar noch zur besten Sendezeit im TV beworben werden? Wenn einem so viel Gutes widerfährt, können falsche Freunde wie Jim Beam und Herr Daniels nämlich schnell den Irrglauben wecken, dass man sich mit einem kräftigen Doppelkorn am Morgen heute wie ein König fühlt. Ob das, das einzig Wahre ist, wage ich zu bezweifeln, aber ich bin ja auch schon Asbach uralt.

Vielleicht gibt es ja so etwas wie das ‚Recht auf Rausch‘ (obgleich ich finde, dass dieser Begriff sehr negativ klingt) und viele, ja viele Deutsche scheinen ihre Rechte dahingehend sehr genau zu kennen. Erst heute Morgen, als ich mir an der Tankstelle meinen obligatorischen ‚Hallo-Wach-Kaffee‘ einflößte, beobachtete ich, wie in circa zehn Minuten zehn Menschen zehn Six-Packs kauften: Das nenne ich Magie der Zahlen. Nun braucht man wirklich kein Philosoph zu sein, um daraus entsprechende Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Befindlichkeit, anders formuliert, auf die Notwendigkeit des Rausches für diese Leute in unserer neurotisch-transformierten, postmodernen Gesellschaft zu ziehen.

Aber nochmal: Mir geht es hier um keine Wertung der Konsumenten, sondern lediglich um die fehlgeleitete, vielleicht sogar missbrauchte Definitionsmacht des Staates über das, was in Sachen Suchtmittel gesetzlich erlaubt und verboten ist. Denn immerhin werden über Ver- bzw. Gebote Bilder bei den Konsumenten erzeugt, von denen eines so aussehen könnte: „Wenn Suchtmittel X erlaubt ist, kann es ja gar nicht so schlecht sein.“

Gut, die Dosis macht ja bekanntlich das Gift, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass die Verzahnung von Alkohol- und Tabak-Lobby mit unserem Staate einfach stärker ist, als dessen Drang, valide Präventions-Programme anzukurbeln. Derweil zeigt uns die Tabacco-Gang wie aus dem Marketing-Lehrbuch, was es heißt, aggressiv um Konsumenten zu werben… Das glauben Sie mir nicht?

Zwar wurde auch der Marlboro-Cowboy von seiner Berufskrankheit (Lungenkrebs) dahingerafft und dürfte, selbst wenn er es noch könnte, längst keine Abenteuer mit Hust-Garantie im TV oder Kino erleben. Doch Not macht auch die Tabak-Industrie erfinderisch: Gehen Sie mal in eine Tankstelle und achten Sie bitte darauf, welche Werbebotschaften im Kassenraum auf Sie einströmen. Ich verspreche Ihnen: Die Präsenz der Tabakerzeugnisse wird Ihnen den Atem rauben, auch ohne je live an einer Kippe gezogen zu haben… Wenn der Marlboro-Cowboy das noch erlebt hätte, er hätte vielleicht rechtzeitig seinen Job gekündigt und wäre jetzt ein netter, alter Herr mit grauen Haaren – und vor allem ein Nichtraucher versteht sich…

Wahlen im Kongo

Ein wenig abseits vom politischen Weltgeschehen werden am Montag in der afrikanischen Republik Kongo die zweiten, freien demokratischen Wahlen stattfinden. Und bei aller Freude über die so ersehnte Form der bürgerlichen Mitbestimmung machen diese Wahlen mir auch wieder bewusst, dass es sich bei dem politischen Gleichgewicht im Kongo um ein besonders labiles, ja zuweilen gar pflegebedürftiges, handelt. Im Jahre 2006 sorgte die Bundeswehr für zumindest ’sicherere‘ freie Wahlen, denn nach Jahrezehnten des Bürgerkriegs und staatlich verordneter Mobutu-Diktatur waren Anschläge, Aufruhr und Todesopfer an der Tagesordnung, die mit dem Völkermord von Ruanda in wohl eines der grausamsten, je dagewesenen Verbrechen gipfelten. Diese Zeiten sind vorbei – Gott sei Dank…

Mit dem zweiten Urnengang am Montag wird sich nun zeigen, ob sich das Land zu einer tendenziellen Demokratie bekennt oder ob es in einen Zustand der Instabilität zurückfällt und alte Muster wieder aufkeimen werden. Eine Demokratie nach westlichem Format konnte in der afrikanischen Republik zwar auch nach den ersten freien Wahlen nicht wirklich entstehen – so terrorisieren Rebellen immer noch weite Teil des Landes – aber immerhin hat sich seitdem eine kleine aber feine Infrastruktur entwickelt, Krankenhäuser wurden gebaut und plötzlich war da auch die lang ersehnte Pressefreiheit. Am 28. November müssen nun die ingesamt 32 Millionen Wahlberechtigten entscheiden, wie es weitergehen soll. Joseph Kabila würde all zu gerne in seinem Amt bestätigt werden. Seit sein Vater, Laurant-Désiree Kabila, am 16. Januar 2001 einem Attentat erlag, übt Kabila Jr. das Amt des Präsidenten aus. Sein Machttrieb lässt ihn dabei auch von schmutzigen Methoden nicht zurückschrecken, so sorgte er bereits im Vorfeld der Wahlen für eine Verfassungsänderung, durch die auch eine einfache Mehrheit für den Wahlsieg reicht, außerdem sprechen Wahlbeobachter von Unregelmäßigkeiten bei der Wählerregistrierung und berüchtigten Schlägetrupp-Einsätzen. Ach ja, Stichwort Wahlbeobachter: Die EU wird in diesem Jahr deutlich weniger Wahlbeobachter in das afrikanische Land entsenden, aber immerhin wollen zumindest die Kirchen rund zehntausend davon stellen. Ich bin gespannt, was sich nach den Wahlen, und den daraus resultierenden, sehr wahrscheinlichen Straßenschlachten in dem zentral-afrikanischen Land mit dem weltweit zweitgrößten Regenwaldbestand und einem gigantischen Vorkommen an Bodenschätzen politisch offenbart…

Die devote Angela

Die Einsicht der Bundesregierung kam spät: Griechenland steuert in eine Pleite und eine Umschuldung unvermeidlich. Zur Erinnerung: Sahra Wagenknecht, die stellvertretende Parteivorsitzende und wirtschaftpolitische Sprecherin der LINKEN, hatte das schon längst prophezeit.

Aber Gott sei Dank gibt es ja den Euro-Rettungsschirm mit dem wohlklingenden Namen EFSF, sollte man meinen. Also alles gut? Weit gefehlt. Wenn Angela Merkel das Mantra des „Ohne Euro, kein Europa“-Kurses fast schon stupide hinunter betet, sollte man sich bewusst machen, um welches Europa es der Kanzlerin da wirklich geht. Es sind nicht die gemeinsamen Werte oder die gemeinsame Leitidee, die der Frau aus der Uckermark am Herzen liegen. Vielmehr sind es die Finanzmärkte, die Banken, zu deren Spielball sich die schwarz-gelbe Koalition inklusive sozial-demokratischem D’accord längst gemacht hat. Unlängst verkündete Steinmeyer im SPIEGEL-Interview, der Kanzlerin die weitere Gefolgschaft bei Euro-Abstimmungen zu verweigern – wenigstens ein Funke sozial-demokratischer Rückbesinnung zu alten Werten also.

Der Wähler wird bei allem finanzpolitischen Bestreben der Regierenden leider immer wieder mit leeren Begriffsschachtelungen versorgt, die ihm vermeintliche Sicherheit suggerieren sollen. Wenn da von der „Gläubigerhaftung“ die Rede ist, wird gerne unterschlagen, dass sich hinter dem – in diesem Falle positiv konnotierten Begriff – ein weiteres Milliardengeschenk an die Großbanken und Kapitalgeber versteckt. Diese dürfen nämlich ihre Forderungen an Griechenland zukünftig gegen sichere Anlagen tauschen – Gesamtwert der tendenziellen Finanzsspritze: 150 Milliarden Euro.

Unnötig zu erwähnen, dass dieser ominöse Rettungsplan von dem internationalen Bankenverband, unter dem Vorsitz von Josef Ackermann, ausgearbeitet wurde. Wieder einmal beweist die Bundesregierung, wie sehr sie sich abhängig macht von dem Dikatat der Großbanken, während sie den Griechen ein schon monströs anmutendes Sparpaket verordnete. Doch wo gespart wird, kein Konsum, wo kein Konsum da keine Wirtschaft und wo keine Wirtschaft, kein Handel …. Resultat: Existenzängste, Verzweiflung und Not. Davon zeugen längst schon die Massenproteste der Menschen auf Athens Straßen.

Die Interventionen der Bundregierung in der Griechenland-Frage werden zweifelsohne zu einem gestärkten Finanzmarkt führen – der auf jeden Fall gewinnt – unabhängig davon, wie Griechenland aus der Schuldenfalle entlassen wird. Ein gemeinsames Europa, das scheint für Merkel in realitas jedoch eine abstrakte Vorstellung zu sein, die sie – gewohnt devot gegenüber den Casino-Zockern der Finanzmafia – innerlich längst aufgegeben hat.

Putins Comeback

Was sahen meine Augen, als ich am vergangenen Wochenende schon ganz früh in die Welten des WorldWideWeb stürmte? Putins Comeback in den Kremmel? Richtig! Denn dieser machthungrige Mensch ist noch längst nicht satt an Selbiger und wird sich im Jahre 2012 wieder den Präsidentschaftswahlen stellen, um dann natürlich zu gewinnen und bis ins Jahr 2018 zu regieren. Medwedjew wird damit entgültig zum Statisten degradiert – aber das war er meiner Meinung nach eh schon längst. Wieder einmal hat in Russland sich also der Starke durchgesetzt, zulasten eines gerade aufkeimenden liberalen Ideenreichtums und emanzipatorischer Tendenzen. Da wirken auch die surrealistischen Versprechen Putins, 20 Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen, nicht wirklich mildernd. Man darf gespannt sein, wie hoch Putin bei den nächsten Wahlen gewinnen wird. Sicher ist: Gewinnen wird er, auch wenn man nachhilft. Mütterchen Russland steht noch ein langer Weg in die Demokratie bevor…