Deutschland, quo vadis?

Über die Notwendigkeit einer identitätsgeleiteten Politik.

von Andreas Altmeyer

Wir leben in unruhigen Zeiten, in denen sich – die meisten Menschen zumindest – über eine nie gekannte Form der Äußerlichkeit und der oberflächlichen Wahrnehmung definieren. Social Media wird für sie zum Wegbegleiter, der ihnen die scheinbare Gewissheit gibt, die „Anderen“  an ihrem Leben teilnehmen zu lassen, ein Leben, das wiederum in viralen Versatzstücken beweisen soll, dass es eben ganz „supi“ ist. Dass man sich den Events der Zeit hingibt und mit allen Sinnen zu genießen weiß, dass man sozusagen das „Dolce Vita“ lebt, mit ein bisschen Fitness, ein bisschen Jetset-Glamour und so fort. Während wir früher einmal unseren Namen in eine hölzerne Sitzbank ritzten, scheint diese digitale Form des Fingerabdrucks Menschen mit einem sinnstiftenden Moment zu erfüllen, ihnen die Gewissheit zu geben, von anderen „bewundert“ zu werden, gerade dann, wenn die mit Filter und Software geglätteten Artefakte als Fotos und Videos im digitalen Äther verewigt und mit Likes belohnt werden.

Einerseits erwächst aus diesem Streben nach Anerkennung ein nie gekannter „digitaler Hedonismus“, das permanente Drehen-um-sich-selbst. Vielleicht sind eben Soziale Medien dafür prädestiniert, die sinnenlehrte Lücke zwischen verlorengegangener religiöser Bindung und andererseits identitätsstiftenden Elementen – wie jenem des tradierten Wissens um kollektive Werte – zu füllen. Vielleicht lassen sie die „User“ aber auch in der sinnentleerten Scheinwelt der Bits and Bytes zurück mit einem Gefühl der unendlichen Leere, derer sie sich nur ganz selten – in den kurzen ruhigen „Offline-Momenten“ – gewahr werden.

In dieser Welt, in der uns Facebook und Instagram in einer unendlichen Aneinanderreihung von Posts  die „wunderbare Welt des Scheins“ präsentieren, verlieren wir uns im Spiegelkabinett der Algorithmen, befinden uns in einer entspannten Wohlfühlzone, die uns mit einem apolitischen Gestus umgarnt.  Wir meinen, dass wir sind, was wir darstellen zu sein. Doch das erweist sich spätestens dann als Trugschluss, wenn wir auf die Straßen dieses Landes schauen. Denn während wir uns im Lichte der digitalen Identität sonnen, führt sie in realitas ein dunkles Schattendasein, wird „von außen“ definiert über sexuelle Orientierung, wird verkürzt über die neue schöne Regenbogenwelt, die uns glauben macht, wir wären alle so wunderbar gleich, dass wir alles und jede/r sein können, wenn wir nur wollen. Ein Avatar für jede Lebenslage.

Diese Verkürzung der Identität auf einen digitalen und sexuellen Nenner ist das maßgebliche Kennzeichen eines sich verändernden Menschenbildes. Ein Menschenbild, das die eigene Individualität nur im Heilsversprechen der sexuellen Orientierung und im digitalen Hedonismus findet.  Beide Sphären jedoch sind frei von Sinnstiftung und Transzendenz. Die Grenzen von Schein und Sein verschwimmen, es wird im wahrsten Sinne des Wortes alles grenzen-, alles uferlos. Und dort, wo sich die Grenzen auflösen, wird die eigentliche differenzierte Betrachtung des Menschen als Individuum unmöglich. Alles wird ein wenig schmackhafter Einheitsbrei, der schwer verdaulich und schwer greifbar ist.

Es gehen die maßgeblichen Grundpfeiler eines Identitätsverständnisses verloren, das den Menschen eben nicht reduziert auf seine digitale oder sexuelle Gruppenzugehörigkeit. Identität ist letztlich auch immer verbunden mit Tradition, mit kulturellem Erbe und mit einer sich abgrenzenden Teilmenge von einer anderen. Nur so wird Individualität garantiert, indem die Identität als in einem ethno-homogenen Raum herangebildetes Ganzes entsteht.

Identität ist, das mag man in jenen Zeiten der „no nation, no border“-Ideologie gerne vergessen haben, immer auch geknüpft an die eigene Nationalität, weil die Nationalität wiederum, als ethno-kulturelles Überdach, über Jahrhunderte ein tradiertes Bewusstsein angereichert hat. Anders formuliert: Ein Chinese nimmt die Welt anders wahr als ein US-Amerikaner und das ist auch gut so.

Während man uns ab den 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts erklären wollte, dass nur das Mantra des Multikulturalismus den Ausweg aus einer als hegemonial empfundenen „weißen Mehrheitsgesellschaft“ darstellt, müssen wir heute erkennen, dass erst der Multikulturalismus entscheidend zur Auflösung tradierter Identitätsmuster beigetragen hat – auf allen Seiten.

Während alle Welt nach digitaler Identität strebt, enttäuscht die Wirklichkeit mit einem Gefühl der nationalen Fremde. Eine Umgebung, die für jene fremd geworden ist, die hier aufwuchsen, die aber auch jenen immer fremd sein wird, die hierher kamen, um ihr Glück zu suchen. Das Phänomen des „Fremdelns“ entsteht so lange, bis der demografische „Kippunkt“ erreicht ist und die Anzahl der „Fremden“ die der „Autochthonen“ übersteigt. Schon heute hat  jeder fünfte in Deutschland lebende Mensch einen Migrationshintergrund. Der angeführte „Kippunkte“ wird also, wenn die Politik der offenen Grenzen so weiter geht, bald erreicht sein.

Die sich verändernden Mehrheitsverhältnisse werden unweigerlich auch mit einer Umgestaltung der politischen Landschaft einhergehen. Sprich: Hochbezahlte Migrationsbeauftrage alleine werden dann nicht mehr ausreichen. Es stellt sich schlussendlich die Frage, warum wir dies erdulden? Warum wir es zulassen, dass Menschen auf beiden Seiten der Skala entwurzelt werden, ob eines utopischen Friede-Freude-Eierkuchen-Weltbildes, das von der Realität Lügen gestraft wird.

Die unbegrenzte Einwanderung ist nicht alternativlos, genauso wenig wie die Akzeptanz derselben. Langsam jedoch werden ihre Folgen auch für jene spürbar, die es sich bis dato noch in ihrer Welt der sorgsam gepflegten Gärten, im eigenen Neu- oder Altbau bequem machen durften. Noch einmal: Wir stehen der grenzenlosen Einwanderung, die einige Wenige wollen, nicht machtlos gegenüber. Es ist an der Zeit, zu erkennen, dass diese unserer nationalen und individuellen Identität schadet, indem die hier (unrechtmäßig) Aufgenommenen nicht nur ihr Gastrecht missbrauchen, sondern auch unsere Lebenswelt nachteilig verändern.

Müssen wir erdulden, in unserer Heimat heimatlos zu werden? Müssen wir mit ansehen, dass sich Menschen, die uns gegenüber ohnehin in Misskredit stehen, uns gegenüber oftmals respektlos und abfällig verhalten? Ist der Wandel, der sich gerade im öffentlichen Raum vollzieht nicht schon greifbar mit all seinen negativen Folgen? Das ideologische Grundkonzept entstammt zwar linken Kreisen, wird mittlerweile aber schon längst vom regierungspolitischen Establishment getragen. Eine echte politische Alternative kann daher nur jenseits der Systemparteien zu finden sein. Der Weg, der hierfür beschritten werden muss, wird entbehrungsreich und ist mit Steinen gepflastert. Denn das profillose politische Gefüge der Altparteien freut sich insgeheim auf seine neue Wählerschaft, die ihm seinen Status Quo garantiert. Doch diese Freude ist de facto ein Trugschloss. In dem Maße wie fremde Einflüsse an Bedeutung gewinnen, werden sich auch de facto neue politische Parteien konstituieren, die eine Eigendynamik mit eigenen Interessen vertreten.

Mehr noch wird sich diese Veränderung, die schleichend aber mit potenzierender Dynamik vonstattengeht, auf allen Ebenen spürbar sein. Politisch, sozio-kulturell, religiös und historisch.

Es ist eine Frage der Haltung, sich dieser ideologisch betriebenen Meinungsmache entgegenzustellen. Das erfordert echten Mut und keinen Gratismut, wie wir ihn in regierungsideologischen Kreisen à la Jan Böhmermann erleben. Doch diese Haltung, diese echte Haltung, ist jetzt mehr denn je notwendig. Unser Land läuft sonst Gefahr, zu einem ideen- und identitätslosen Sammelbecken für Glücksritter zu werden, die seine Gutgläubigkeit schamlos ausnutzen. Es ist an der Zeit, aktiv an die Dinge heranzutreten und sie politisch mitzugestalten, statt in der Rolle des Rückzugs und der Passivität zu verharren. Das erfordert die metapolitische Arbeit des Vorfeldes, denn nur diese vermag eine notwendige gesellschaftliche Veränderung herbeizuführen. Diese Arbeit allein einer Partei zu übertragen, wäre verkürzt, sie nur auf aktivistische Felder zu implementieren ebenso. Daher braucht es eine ganzheitliche Verzahnung und stabile Bande zwischen Politik, Bewegung, Marketing und sonstiger metapolitischer Arbeit.

Nie war eine nationale mit unseren Traditionen verwurzelte Identität wichtiger als heute. Und die finden wir nicht nur im Herzen unseres Landes, auf seinen Straßen, in seinen Parlamenten und in unseren Bewegungen.

Erhöhung des Bürgergeldes: Schlag ins Gesicht der arbeitenden Deutschen

Wie schön humanistisch unsere Regenbogenregierung doch ist – besonders für unsere sogenannten Migranten und Migrantinnen – lässt sich „wunderbar“ am Beispiel des Bürgergeldes festmachen. Einen wahren Lobgesang sangen die Systemmedien, als seitens der bunten Regierung verkündet wurde, dass sich Bürgergeldbezieher – insgesamt sind das rund fünf Millionen in unserem Land – über knapp sechzig Euro mehr im Monat freuen dürfen. Ein „Akt des Pseudo-Humanismus“, von dem besonders die ausländischen Eingereisten profitieren. Das ist umso schockierender, als dass diese „noch“ die Minderheit stellen.

Im Vergleich zu 2010 hat sich die Zahl der deutschen Leistungsempfänger halbiert, eine wirklich gute Nachricht, während sich die der Ausländer sogar verdoppelt hat. In Zahlen heißt das:


Noch im Jahr 2010 bezogen in Deutschland 5,2 Millionen Menschen Sozialleistungen, wovon 25 Prozent Ausländer waren. Im Jahr 2023 sind es insgesamt 5,3 Millionen Menschen, davon mittlerweile aber 47 Prozent (!) Ausländer. Übrigens stehen ukrainischen Flüchtlingen von Anfang an (!) die vollen Bürgergeldleistungen zu – anders als Asylbewerben. Die Plätze eins bis drei der Top-Sozialleistungsempfänger teilen sich Ukrainer, Syrer und Afghanen auf.

In Zeiten sinkender Reallöhne – diese brachen allein von 2021 bis 2022 um 4 Prozent ein – verschenkt also die Bundesregierung massiv die von der arbeitenden Bevölkerung sauer erwirtschafteten Steuergelder. Dass die „anerkannten Flüchtlinge“ nicht arbeiten gehen, hat übrigens viele Gründe. Zum Beispiel diese hier: 87 Prozent von ihnen haben keine Berufsausbildung, müssen wegen Kinderbetreuung zu Hause bleiben (wer hätte das gedacht, das geht? Deutsche müssen ihre Kinder in teuren Krippen unterbringen) oder Deutschkurse besuchen. Das schreibt der Focus.

Diesen Menschen setzt also die bunte Regierung noch weitere Anreize, zu Hause zu bleiben oder munter durch die Städte der Republik zu schlendern? Geht’s noch? Obendrein werden diese bestimmt auch ihren Verwandten aus den hintersten Winkeln der Welt nicht verschweigen, dass Deutschland das Land ist, in dem Milch und Honig fließen. Einen kräftigen Trommelwirbel für die Idee des Familiennachzugs, bitte …

Während also die deutsche Bevölkerung dank steigender Energiepreise und explodierender Lebenshaltungskosten weiter geschröpft wird, ist Deutschland für gewisse Gruppen längst zu einem Wohlfahrtskokon geworden, in dem man weder Miete noch Heizkosten zahlen muss. Selbst der Shisha-Tabak aus dem Shop nebenan ist aufgrund der staatlichen Subventionen, die aufs Konto strömen, monatlich noch drin.

Wir erleben letztlich die „Perversion“ der Willkommenskultur, die sich gegen die eigene autochthone Bevölkerung richtet und die Mechanismen des Sozialstaates dauerhaft ihrer Wirkmächtigkeit beraubt. Denn dieser „Belohnungskurs“ für migrantische Sozialschmarotzer wird sich in seiner Dynamik potenzieren und die Sozialkassen dauerhaft leeren. Weil immer mehr kommen, die immer mehr wollen und immer weniger dafür tun.

Der wirtschaftliche Apokalypse-Kurs ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die dieses System am Laufen halten, nämlich die arbeitende Bevölkerung und der Deutschen, die nach zwanzig Jahren Arbeit wegen Job-Verlustes ihr Dasein auf Bürgergeld-Niveau fristen müssen, sondern auch ein Schlag ins Gesicht der Rentnerinnen und Rentner, von denen viele Pfandflaschen sammeln, um ihre kläglichen „Bezüge“ aufzubessern. Die Umverteilungswut unserer Polit-Darsteller ist sprichwörtlich grenzenlos geworden und nimmt dramatische Züge an. Die „Abschaffung“ der Außengrenzen war dafür das Fanal, das sich nun in einem ebenso wahnhaft grenzenlosen Harakiri-Kurs gegen das eigene Volk Bahn bricht.

Durch die systematischen Deindustrialisierungsbestrebungen der Chaos-Ampel einerseits und die immer weiter ansteigenden Migranten-Zahlen andererseits droht Deutschland ein massiver Wohlstands- und vielen seiner Bürger der Arbeitsplatzverlust. Bleibt die Frage: Wer soll das bezahlen? Nun: Wir, denen die „Lifetime-Leistungsempfänger“ ungefragt vor die Nase gesetzt wurden.

Es ist nicht zu vermuten, dass die rot-grünen Fans von Flatter-Strom, Waffenlieferungen und Gender-Bla-Bla diesem Desaster überhaupt noch Einhalt gebieten oder seine kausalen Faktoren jemals verstanden haben. Anders ist ihr von Ideologie, Unwissenheit und Volksverachtung geprägtes politisches „Heiße-Luft-Paket“ nicht mehr zu erklären. Währenddessen freut sich ein der Realität entrückter Kanzler über angeblich sinkende Preise. Finis Germania.

Quellen:
focus.de, https://www.focus.de/finanzen/news/436-millionen-euro-im-monat-staat-zahlt-hunderttausenden-arbeitsfaehigen-fluechtlingen-buergergeld_id_200714838.html

tagesschau.de, https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/buergergeld-erhoehung-100.html

Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht

Würde ein Zeitreisender aus dem Jahr 2000 ins Jahr 2023 anno domini reisen, er würde sich erschrocken und verwundert zugleich die Augen reiben. Im Herzen der urbanen Ballungszentren, den deutschen Städten und damit den ehemals pulsierenden Motoren der Dienstleistungsbranche(n), reiht sich Barber-Shop an Barber-Shop, aus Shisha-Bars strömt ein süßlich-billiger Tabakduft, den der Zeitreisende nicht kennt, und in den frühen Morgen- und späten Abendstunden flanieren überwiegend orientalische Jugendliche in Cliquen, meistens in den neuesten „Nikis“, frohen Muts über „ihre“ Straßen, während die zahlreichen Kopftuch-Trägerinnen mit Einkaufstaschen beladen den Kinderwagen vor sich herschieben. Unvermittelt würde sich der Zeitreisende wohl denken, dass er, – horribele dictu – sich nicht in einer deutschen Stadt, sondern im vorderen Orient befände, eine Vermutung, die die sich im Stadtbild manifestierenden arabischen Schriftzeichen – „Halāl“ sei Dank – sicher wohl noch verstärken würden. Ja, das sich verändernde Gesicht des öffentlichen Raumes und dessen, was uns als „Heimat“ bekannt  war – man sollte in diesem Deutschland vorsichtig sein, den Heimat-Begriff überhaupt zu verwenden –, hat sich nicht nur verändert, sondern der vertraute öffentliche Raum wurde vielmehr demontiert zugunsten einer plumpen Kebab-, Schisha-, Konsumwelt, die ohne Charme und Persönlichkeit neue Kieze schafft. Diese Kieze gleichen nicht den Kiezen, die der Außerirdische kannte, das war noch ein uriges Sammelsurium aus Eckkneipen, Currywurstbuden und Kiosken, sondern sind eine kitschig-klebrige Melange aus Pfandleihhäusern, Kebab-Buden, Reiseläden, Spielotheken und sonst irgendwelchen „Markets“, die in fremder Sprache Waren anpreisen. 

Unversehens würde unser Zeitreisender, wohl mit einem Gefühl aus Unsicherheit und Wut im Bauch, zurück in sein Raumschiff steigen, und hoffen, dass dieses Futurum Inspe sich anders gestalte.

Dabei wurden die Weichen für diese verhängnisvolle Zukunft spätestens 2015 vom Merkel‘schen-Kader und seinen das „Wir-schaffen-das-Mantra“ wiederholenden Schergen gestellt – 2.136.965 Menschen, überwiegend aus Gebieten des mittleren Ostens, jung, männlich und Testosteron-geladen – reisten damals ein. Vermutlich, denn gezählt hat das niemand so genau. War auch egal, denn wir haben ja Platz und ein hervorragendes Sozialsystem, in dessen Lichte sich die Ankommenden unvermittelt sonnen durften, ohne dafür je eine Gegenleistung erbracht zu haben.

Der Zustrom der Zureisenden ebbte nicht ab. Klar: Denn mittels Handy und Whatsapp wurde die frohe Botschaft, dass Deutschland ein Everybody’s Welcome Land ist, gleich in die weite Welt hinausgetippt, bevor dann seltsamer Weise immer der Ausweis, aber niemals das Handy verloren ging. Gut nur, dass das den Check-in in Germany nur noch leichter machte. 

Auch im Jahr 2015 kamen offiziell rund 1.8 Millionen sogenannte Migranten an, 2017 waren es noch 1.5 Millionen bis schließlich im Jahr 2022 der „absolute Peak“ mit 2.6 Millionen Migranten im Jahr erreicht wurde – das sagt Statista, nicht die Junge Freiheit. Macht in der Summe also knapp 10 Millionen Glücksritter mit vorwiegend niedrigem Bildungsstand, offiziell rund 17 Prozent von ihnen können weder lesen noch schreiben (Quelle: dw.de). Interessant auch, dass im internationalen IQ-Vergleich Länder wie Afghanistan (Rang 75) Syrien (Rang 88), Niger (Rang 97) und Äthiopien (Rang 100) auf der Liste von 1 bis 108 im unteren Bereich rangieren, siehe hier. Beste Voraussetzungen für eine berufliche Karriere in good old Germany, wie es uns die einschlägigen Systemmedien weismachen wollen. Denn nur durch die heiligen Fremden, so geht die Mär, würde der Fachkräftemangel endlich gebannt.

In dieser wunderbaren Situation also, in der immer mehr dieser „Migranten“ ihren Spaß in Deutschland haben, weil sie – während die hier heimische Bevölkerung sie mittels klassischer Erwerbsarbeit finanziert – in Freibädern die Menge aufmischen, in Fußgängerzonen pöbeln oder mit Macheten und Messern ausgerüstet, dem Gastgeberland „danken“, kommt unsere bunte Regierung nun auf die hervorragende Idee, ihnen die Einbürgerung deutlich zu erleichtern. Schneller zu Deutschen sollen sie werden, ein Teil der deutschen Gesellschaft sollen sie sein, deren Grundfeste doch schon längst in völliger Auflösung begriffen ist.  

Vielen Dank, Willkommenskultur. Sozialstaat „Quo vadis?“, konstatiert da besorgt der den Dreisatz beherrschende Deutsche, kann man sich doch an zehn Fingern abzählen, dass die so hochgeschätzten und hochqualifizierten „migrantischen“ Augenärzte, Schreinermeister, Ingenieure und Dachdeckergesellen (Ironie off!) ungeheuer zuträglich für ein reziprokes und jetzt schon an seine Grenzen stoßendes Sozialsystem sind, das eben nur dann funktioniert, wenn die Mehrheit die wenigen trägt, die versorgt werden „müssen“. Wohlgemerkt: Der deutsche Sozialstaat ist für jene konzipiert, die eben „deutsch“ sind, die hier leben und sich gewinnbringend in der Gemeinschaft engagieren. Er wurde nie erdacht für etwaige Glücksritter, die sich, dank eines aus den Angeln gehobenen Asylrechts und wahren „Alle-Grenzen-offen-Wahns“, überhaupt erst hier aufhalten „dürfen“. Warum sie dies dürfen, ist mir ohnehin schleierhaft. Man könnte es auf einen Nenner bringen: Was zur Hölle gehen uns „Wohlstands-Sehnsüchtler“ aus Syrien, Afrika oder sonst irgendwoher an?  „Aber die Kriege, die Kriege“, sagen dann meistens die daueraufgeregten Linken. Doch hat die Bevölkerung diese Kriege nie geführt, sondern seine Regierungsdarsteller, wie man zurzeit wieder mal sehen kann. Nun beweisen nämlich die  ehemals so pazifistischen Polit-Komparsen, dass ihnen so unglaublich wenig an „ihrem Volk“ liegt, dass sie lieber einen Atomschlag durch Russland riskieren und es somit der Vernichtung preisgeben, als die Waffenlieferungen an die Ukraine zu stoppen und endlich zu verhandeln. Da entpuppen sich die ehemals so friedliebenden 69er, erstmal angekommen in den Etagen der Ministerien an der Front des Establishments, also als bombenfeste Rüstungsjunkies.   

Mehr noch haben sich jene eine Machtclique geschaffen, eine Echokammer der Selbstbeweihräucherung,  die weitentrückt und volksvergessen über den Dingen schwebt. Da hat man einen Wirtschaftsminister ins Amt gehievt, der offiziell verkündet „Es gibt kein Volk“ (klar sprangen ihm die correctiv-Jungs daraufhin zur Seite, um seine Aussage zu relativieren, den gesamten Artikel findet ihr aber hier), eine plumpe Außenministerin installiert, die Russland ob ihrer Einfältigkeit den Krieg erklärt und einen Kanzler zur  schelmisch grinsenden „Buddha-Figur“ gemacht, die an Amnesie leidet. Diese unglückliche Trias also, flankiert von Innenministerin Nancy Faser, die schon mal gerne einen Gastbeitrag im Magazin der Antifa verfasst, möchte die Migranten nun noch schneller zu „Deutschen“ machen.  

Ja, man will den überwiegend nicht assimilationsfähigen – mit kollektiv finanzierten 3er-BMW durch die Citys fahrenden, die autochthonen Deutschen in der Mehrzahl verhöhnenden – sogenannten Flüchtlingen das Deutschsein noch erleichtern. Das ist nicht nur ein Hohn, sondern ein Schlag ins Gesicht des deutschen Volkes.

Erinnern Sie sich noch an die Summe der Einwanderer-Zahlen weiter oben? Ich zählte rund 10 Millionen eingerückte Glückritter seit 2015, und – oh Wunder – stellt das statistische Bundesamt fest, dass derzeit sogar 11 Millionen Menschen ohne deutsche Staatbürgerschaft in Deutschland leben. Deshalb will man sie ihnen schon nach drei Jahren schenken. Schönes neues deutsches Multi-Kulti-Land. 

Da fällt mir glatt ein Zitat von dem guten Peter Scholl-Latour ein, das, so finde ich, den Nagel auf den Kopf trifft:

„Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta.“
Peter Scholl-Latour

Wir gehen unweigerlich Zeiten entgegengehen, in denen wir uns reumütig an diese Worte erinnern werden. Die Hybris, dass die Welt am deutschen Wesen genesen soll, hat die rot-grüne Regierungskaste nicht nur programmatisch aus der Rede Wilhelm des II. übernommen, sondern auf eine neue ideologische Ebene gehoben. Deutschland, der neue Heilsbringer, der Wohlfahrstaat für die „Armen“ dieser Erde und der Moloch für die Doofen der steuergegängelten Arbeitsbevölkerung, der Magnet der Massen, die ihre Heimatländer verlassen. Ist dieser Kurs humanistisch, nein ist er nicht, eher neo-imperialistisch. Denn indem sich Deutschland als „Gelobtes Land der heiligen Fremden“ positioniert, nimmt es nicht nur in Kauf, nach allen Regeln ausgeplündert zu werden. Es raubt den Heimatländern jener Menschen auch die Chance, sich selbst zu emanzipieren. Der Ansatz der Bundesregierung, Tür und Tür zu öffnen, wirkt nicht integrativ, sondern separierend, auf jene die hier leben und auf jene, die noch kommen.

Wissen Sie, einem unserer Kultur fernstehenden Menschen qua Einbürgerung innerhalb von drei Jahren die Absolution durch die deutsche Staatsbürgerschaft zu erteilen, halte ich für eine Farce. Ebenso könnte man einem Menschen den Führerschein ausstellen, obwohl der noch nie ein Auto gefahren hat. Denn ein „Passdeutscher“ ist eben noch kein Deutscher, so wenig mich das Anschauen einer Moschee zum Moslem macht. Die Bildung von Identität vollzieht sich immer im Wechselspiel von Enkulturation und Sozialisation, wird tradiert über Generationen von Menschen, die in einem Land leben, dessen Werte sie auf- und annehmen. Das bildet letztlich die individuelle Persönlichkeit ab.  

Nun könnte man sagen, was soll’s? Was ist an dieser vereinfachten Staatsbürgerschaft so tragisch? Ganz einfach. Die gezielten Menschenströme aus kulturfremden Kreisen sorgen nicht nur für eine zunehmende Islamisierung, sie werden langfristig auch zu einer Umkehrung des politischen Machtgefälles mit allen damit einhergehenden negativen Folgen für die autochthone Bevölkerung führen, kurz: zum Verlust der sozio-kulturellen und ökonomischen deutschen Identität.  Wenn wir die „Festung-Europa“ allein schon aus sozio-ökonomischen Gründen nicht schützen, sie sicher machen vor Menschen, die weder gewillt sind, sich einzubringen, noch die deutsche Kultur als Leitkultur anzuerkennen, werden die kommenden Zeiten schwarz sein, geprägt von sozialen Unruhen, noch mehr Gewalt, dem Zerfall des Gemeinwesens, dem weiteren Absinken des Bildungsniveaus an unseren Schulen, der Veränderung der politischen Landschaft, dem Erstarken islamistischer Bestrebungen durch Glaubensverbände, dem steigenden Einfluss ehemals migrantischer Gruppen, kurz: Sie werden geprägt sein von der Auflösung eben jenes deutschen Wesens, wie wir es kennen und lieben.         

AfD im Aufwind und der Mainstream staunt verlegen

Immer wieder ertappe ich die Journalisten unserer Premium-Staatspresse dabei, wie sie sich selbstentlarvend – zwischen fader Scheinheiligkeit und blindem Gehorsam – zu den willfährigen Erfüllungsgehilfen unserer Altparteien machen. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ So geschehen und gesehen auch auf dem vergangenen AfD-Parteitag, als das AfD-Führungspersonal vom ZDF-Spartensender Phönix interviewt worden war. So wurde dem Ersten parlamentarischen Geschäftsführer der AfD, Dr. Bernd Baumann, immer wieder, ganz ZDF-like, und mit moralinem Anstrich, Fragen gestellt, die stets von einer infantilen und zutiefst „einfach strukturierten“ Weltsicht zeugen. Ob man den Krieg mit Russland nicht verurteile? Ob nicht auch die FDP gegen eine generelle Impfpflicht gewesen sei und damit der AfD ihr „Alleinstellungsmerkmal“ genommen hätte? Und so weiter und so weiter. Eben diese moraline Fragen sagen mehr aus über den Sender (hier sogar im wahrsten Sinne des Wortes) als über den Empfänger dieser Worte.

Die staatlich subventionierten Medienanstalten wollen und können, wie es scheint, nicht verstehen, dass die Wahlergebnisse und der damit verbundene Aufschwung der AfD lediglich als ein Symptom zu verstehen ist, das als solider Indikator für eine massive Unzufriedenheit im Volk steht.

Unter dem Deckmantel der Identitätspolitik hat man über die Jahre im Merkelianischen Zeitalter Bodenlöcher gestopft, während ganze Brücken eingerissen wurden. So trieb man das Volk vor sich her, von Narrativ zu Narrativ, vom Griechenland-Rettungsschirm, zur Corona-Panik bis hin zur Klima-Krise, immer flankiert von einer entsprechend harschen Rhetorik der Medien, die in ihrer Dramaturgie und Emotionalität zuweilen kafkaesk anmutete und das Volk entmündigte und drangsalierte.

Nach der Ära-Merkel folgte schließlich ein rot-gelb-grüner Schlitterkurs  zugunsten einer absoluten EU- und damit NATO-Hörigkeit, die die Bevölkerung noch mehr als Zahlmeister für ihre sogenannte wertegeleitete Politik in Haftung nimmt, ohne eben diese Werte selber, oder wenn, nur selektiv zu achten. Jene Differenz zwischen subjektiver Alltagserfahrung der Bürger auf der einen und dem utopisch-zentralistischen Wunschdenken der Regierenden auf der anderen Seite begründet letztlich den endgültigen Vertrauensbruch ins politische System. Die Wurzel des Übels liegt in einer von der Lebenswirklichkeit entkoppelten Regierungskaste, die unfähig und trunken von der eigenen Hybris auf eine Politik des wirtschaftlichen Niedergangs setzt.

Wahrscheinlich wird aus jenem Grund nur noch eine „Minderheitenpolitik“ verfolgt, weil man weiß, dass man bei der Mehrheit der Menschen damit längst nicht mehr punkten kann. Wie wollen diese sogenannten Volksvertreter, die das Volk lediglich treten und nicht vertreten, den Menschen denn erklären, warum sie höhere Preise zahlen, immer länger arbeiten, im Rahmen der Digitalisierung mit dem Arbeitsplatzverlust rechnen und massive Einschnitte hinnehmen müssen, wenn auf der anderen Seite riesige Ausgaben für Rüstung und eine ungebremste Einwanderung ermöglicht werden?

Obendrein wird das Volk geschröpft im Namen einer abstrakten Klima-Doktrin, die in Wahrheit eine massive Umschichtung von Kapital von unten nach oben ist, weder logisch, noch sinnvoll. In Wahrheit ist dieser energiepolitische Alleingang imperialistisch, alles andere als nachhaltig und egoistisch. Wer für Windräder Bäume abholzt, wer für Elektroautos den Abbau seltener Erden in Afrika unter schlimmsten Umständen in Kauf nimmt und nicht weiß, wie diese Elektroautos überhaupt funktionieren sollen, wenn das Netz strauchelt, der handelt zutiefst destruktiv.

In einer solchen Stimmung der Enttäuschung grüner Ideale, die ein Verrat am Wähler ist, haben also die Mainstream-Medien die Nerven, zu fragen, weshalb die AfD einen solchen Zulauf erfährt. Diesen Zulauf muss man sicherlich nicht gutheißen, aber logisch ist er allemal.  Denn die ehemals großen Parteien haben nicht nur ihre Ziele aus den Augen verloren, sondern auch an inhaltlicher Substanz eingebüßt. Auch daher, da die Profile der Altparteien zusehends verwässern und sich in den großen Fragen (Migration, Klima, Energiepolitik) kaum noch unterscheiden. Man ist sich einig über die Marschrichtung, man denkt in transatlantischen Kategorien, denkt Europa als abstraktes Konstrukt der Verbote, ohne ihm je einen echtes Fundament gegossen zu haben. Und dieser Kurs des Regierens von „oben nach unten“ rächt sich mit jedem weiteren  umweltpolitischen Paradoxon eines Robert Habeck oder eines weiteren Messermordes.  Das kann man schlecht finden, ändert aber nichts an der Tatsache.

Der Zugewinn der AfD fügt sich ein in eine europäische Politiklandschaft, die „rechte Parteien“ für sich neu entdeckt hat. Nicht nur Ungarn und Polen sind hier zu nennen, sondern jüngst auch Spanien,  Schweden und in Italien: Allesamt werden von Rechtsbündnissen regiert. Vielleicht hat diese Wiedererstarkung des Ultra-Konservatismus eben mit all den vorher genannten Motiven zu tun. Vielleicht aber auch mit der Sehnsucht der Menschen nach Stabilität und eben doch einer „Festung Europa“, die sich als Bollwerk gegen etwaige äußere Bedrohungen und nationale Entfremdung  versteht.


Fest steht, dass sich auch in Deutschland die „Noch“-Regierungsparteien gegen diesen Trend nicht wehren können. Das Nicht-Wahrhabenwollen der AfD und die neurotische Weigerung der Etablierten, von jeglicher Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland abzusehen, hat nur der AfD genutzt. Wäre nächsten Sonntag Bundestagswahl, hätte die Ampelregierung keine Mehrheit. Das spricht Bände. Wir streben einem Europa der starken Nationalstaaten entgegen, mit freiem Handel, aber ohne unnötige Bürokratie und immensen Verwaltungsapparat. Vielleicht ist dies ein erster Schritt, das System selbst zu revolutionieren. Denn die Grenzen des repräsentativen Parlamentarismus sind unüberschaubar und können nur durch mehr Direktdemokratie nach Schweizer Vorbild überwunden werden. Fest steht auch, dass die AfD nur dann einen langfristigen Erfolg einfährt, wenn sie an ihren Kernthesen in den Bereichen Migration, Klima und Wirtschaft festhält, denn nur damit ist sie als strukturelle Opposition für ihre Klientel wählbar.

Es ist an der Zeit, eine neue, von strategischen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten geleitete Politik zu konzipieren. Wenn die AfD dafür ein vorübergehender Katalysator ist, so sei es.

Quelle: Screenshot http://www.infratest-dimap.de





Der deutsche Michel schweigt

Wenn in Frankreich die Menschen auf die Straße gehen, um gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters zu demonstrieren, erzeugt das bei vielen Deutschen nur Kopfschütteln – mehr noch: Fassungslosigkeit, Unverständnis und nicht selten sogar schiere Wut. Und genau hier, so denke ich, liegt ein großes Problem. Denn so lange sich große Teile der Zivilgesellschaft und des Gemeinwesens mit den neoliberalen Ideen identifizieren und diese mittragen, solange muss man sich nicht wundern, wenn die politische Kaste auch in Deutschland ihren Schabernack bis an die Schmerzgrenze treibt.

Sie tut dies, so viel sei gesagt, weil wir sie gewähren lassen, weil wir letztlich unser Mandat als Bevölkerung niedergelegt haben und vielleicht noch von dem Irrglauben beseelt sind, dass uns diese Regierung der Ideologisch-Verbrämten erretten könnte von dem uns blühenden Schicksal, das eben aber diese politische Kaste und die Vorgängerregierung erst zu verantworten haben. Eingeläutet durch die Flüchtlingskrise 2015, zeigen uns die sogenannten politischen „Führer“ unentwegt, dass ihnen an der eigenen Bevölkerung, am eigenen Volk, nichts gelegen ist, außer wenn es als Zahlmeister für ihr skurriles Schauspiel herhalten soll. Statt die berechtigten Ängste der Deutschen ernst zu nehmen, die Sicherheit im öffentlichen Raum sowie an den Außengrenzen des Landes zu stärken und die ungebremste Einwanderungsflut endlich zu stoppen, regieren uns Baerbock, Scholz und Habeck bis ans Ende des Regenbogens, nur dass dort für die eigene Bevölkerung kein Topf voll Gold wartet. Ein Vorbild könnte hingegen die Reformierung der Einwanderungspolitik nach kanadischem Vorbild sein, um gezielt Fachkräfte zu gewinnen.

Der deutsche Michel, oder zumindest der wohlstandsgesättigte Part von ihm, findet dies wohl deswegen gut, weil er sich so, ob der sogenannten „wertegeleiteten Außen“ und ideologischen Innenpolitik, reinwaschen will von einem durch einen klimaschädlichen Neubau, SUV und zahllose Urlaubsflüge sich einstellenden schlechten Gewissen. Obendrein ist ja, das ist Merkel’sches Gesetz, die Einwanderungsflut stets alternativlos. Und wenn man sich an die von unserer Polizei freundlich begleiteten Flüchtlingsströme aus dem Jahre 2015 nach „good old germany“ erinnert, könnte man das tatsächlich meinen. Doch „alles Lüge“.

Die Grüne-Partei-Eminenz der Ahnungs- und oft Abschlusslosen, flankiert von einem dementen Kanzler und einer machtberauschten und nach links gerückten FDP, sorgt dafür, dass sich verdienter Wohlstand und die tradierte Kultur Deutschlands langfristig in Luft auflösen. Selbst Bismarck ist vor einer solchen links-grünen „Kulturrevolution“ nicht sicher – so „entnamte“ Annalena, die ja vom Völkerrecht kommt, den Bismarck-Saal des Auswärtigen Amtes. Das zeugt von Kurzsicht und Geschichtsvergessenheit. Doch der Deutsche Michel schweigt.

Er schweigt auch zu den Verfehlungen unserer politisch Verantwortlichen im Ahrtal, zu den mittlerweile nachweislichen Impfschäden, verursacht durch die Corona-Vakzine, die sich so viele Deutsche mit einem Anflug von devotem Enthusiasmus oder aufgrund des Gruppendrucks in die Arme jagen ließen. Die politischen Corona-Jünger währenddessen sind immer noch in Amt und Würden. Weil sie ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass man sie gewähren lässt – immer wieder. Und sie haben Recht.  

Der Deutsche Michel schweigt, wenn deutsche Familien wegen sogenannten Flüchtlingen aus ihren Wohnungen ausziehen müssen, wenn ukrainische Flüchtlinge in Nobelkarossen nach Deutschland kommen und wenn uns die Bundesregierung erklärt, dass gegen Putin vom internationalen Gerichtshof ein „Haftbefehl“ erlassen wurde. Der deutsche Michel fragt auch nicht, wo die Haftbefehle für Blair, Bush oder gar Obama bleiben, denn sein Gedächtnis ist kurz. Allesamt verstießen gegen das Völkerrecht, allesamt sind Verbrecher und gehören, wenn man schon solche Maßstäbe anlegt, ebenso vor den internationalen Gerichtshof. Doch der deutsche Michel misst mit zweierlei Maß, auch was die Anschläge auf Nordstream 2 betrifft und die Demontage des Industriestandorts Deutschland durch die eigene Regierung.

Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem man sich in einem obskuren Genderwahn von sich selbst entfremdet und von den eigentlichen, tieferliegenden sozialen Verwerfungen abgelenkt wird. In einem Land, das einhundert Milliarden Euro für Waffen und Tod ausgibt und auf der anderen Seite seine Sozialleistungen an Menschen verschenkt, die weder unser Verständnis vom europäisch gewachsenen Humanismus teilen, noch in die Sozialkassen eingezahlt haben. Sinngemäß hat ja schon der große Peter Scholl-Latour gesagt, dass man, wenn man dazu geneigt sei, ganz Kalkutta aufzunehmen, irgendwann selbst zu Kalkutta wird. Und darin liegt wohl eine tiefe Wahrheit.

Das Aufzeigen der Symptome für ein quasi schon „selbstverletzendes“ nationales Verhalten, ist das eine. Das Ergründen der Motive für ein solches wiederum etwas ganz anderes. Freilich ist man immer dazu geneigt, eine solche Erklärung monokausal herunter zu brechen, weil sie unendlich viele Nuancen birgt, die es zu berücksichtigen gilt. Doch die grobe Richtung, ein klares Muster, ist schon seit Jahren politisch erkennbar. Die deutsche Regierung hat sich spätestens nach der Post-Schröder-Ära vollends gemein gemacht mit den transatlantischen Interessen und der damit verbundenen Konfrontationspolitik gegenüber Russland. Dafür spricht die klare Abwehrhaltung, mit der der „amerikanische Westen“ in all den Jahren auf die Putin’schen Annäherungsversuche reagiert hat. So hat Putin am 25. September 2001 in seiner beeindruckenden Rede im Deutschen Bundestag betont, dass ihm an einem wirtschaftlich und sicherheitsarchitektonisch gemeinsamen Weg gelegen ist.

Auf westlicher Seite, um bei den sich allgemein darstellenden Mustern zu bleiben, überwog jedoch der Glaube an eine transatlantische Ausrichtung, gepaart mit einer von US-amerikanischer Seiten massiv vorangetriebenen Vernetzung in Think Thanks und NGOs, die wiederum Entscheidungsträger an öffentliche und politische Schaltstellen hievten.

Vielleicht ist diese Art des „Einnordenlassens“ für transatlantische Ziele auch eine Mischung aus „kolonialer“ Hörigkeit dem amerikanischen Kriegsherren gegenüber, der das Deutschland, wie wir es kennen, aus den Fängen des Faschismus befreite, und andererseits das Ergebnis einer daraus gewachsenen Verbindlichkeit. Vielleicht spielen aber auch politische Naivität, geostrategische Unkenntnis oder eben alles zusammen eine Rolle.  

Ich unterstelle den deutschen Aspiranten solcher NGOs noch nicht einmal eine böse Absicht, zu Recht, so denke ich aber, das Motiv und den Glauben daran, durch die Vernetzung einen entsprechenden Vorteil zu erhaschen. Dass dieses karrieristische Schema funktioniert, zeigen ja in persona Annalena Baerbock (Young Global Leaders) und Jens Spahn (Young Global Leaders). Diese beiden Beispiele spiegeln auch, wie sehr das WEF auf politische „Aufsteiger“ Einfluss nehmen kann und diese für seine Ziele instrumentalisiert. Dies scheint mir ein wichtiger Baustein im Erklärungsmodell für die deutsche Duckmäusigkeit der Regierenden.

Demgegenüber steht eine Bevölkerung, die einerseits im wahrsten Sinne des Wortes gesättigt und wohlstandsverwöhnt geworden ist. Die weiten Teile, die nicht zu den wirtschaftlich sichereren Gewinnern gehören, sind meist unpolitisch oder haben sich ihrem Fatalismus ergeben. Ein Beispiel gefällig? Im Jahr 2019 haben rund 25 (!) Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland bei der Bundestagswahl nicht gewählt. Was zeigt uns das? Dass sich ein nicht unerheblicher Teil in der Politik Deutschlands überhaupt nicht mehr repräsentiert sieht und/oder dafür nicht interessiert. Der andere Teil der „noch Wähler“ findet sich meist ab mit kunterbunten Koalitionsverhandlungen, denen politische Inhalte und Kernthesen zum Opfer fallen, mit Wahlversprechen, die nicht gehalten werden, mit einer Politik gegen das Volk. Oder man wählt eben klar die Opposition.

Die jetzigen Politiker profitieren sicherlich auch von dem Wert, den eine „Wahl“ in den Augen der meisten Menschen noch hat. Doch dieser Wert verblasst in einer Welt, in der die politischen Profile zusehends verschwimmen und sich auf einen US-amerikanischen Kurs ausrichten, der eigenen nationalen Interessen schadet.  

Eben jene Menschen, die an einen Wert der Wahlen überhaupt noch glauben, haben nicht verstanden, dass das System als solches inhärent krankt. Und eben diese Menschen stehen fassungslos daneben, wenn unsere französischen Nachbarn von ihrem ureigenen demokratischen Recht Gebrauch machen: dem Kundtun ihrer Meinung durch eine Demonstration.

Dass sich unser Volk in weiten Teilen hingegen bereits abgefunden hat mit der Aufweichung des Sozialstaates, der massiven Senkung des Rentenniveaus und dem sinnlosen „Verballern“ von 100 Milliarden Euro, zeugt von dessen Teilnahmslosigkeit, dessen Verharren in der eigenen Echokammer, der bequemen Resignation.

Neulich schilderte Thomas Haldenwang, der oberste „Verfassungsschützer“ unseres Landes, dass die Klimaaktivisten ihm keine großen Sorgen bereiteten, denn immerhin würden diese nicht die Regierung als solches in Frage stellen. Und genau da liegt das ganze Dilemma. Wir haben eine Generation aufgezogen, die selbst in ihrem politischen Verhalten strukturell apolitisch ist. Die so sehr in der Watte des Wohlstandes sozialisiert wurde, dass sie die Regierung für ihren gottgegebenen Souverän hält, die lauthals schreit, auf Asphalt klebt, so wie an ihrer eigentlichen Sehnsucht nach Wohlstand, WLAN und Datenvolumen.

Demokratie, lieber deutscher Michel, ist mehr als die Abgabe deines Stimmzettels am Wahlsonntag in der Mehrzweckhalle.  

Quo vadis Deutschland?

von Andreas M. Altmeyer

Eine Regierung, die auf die Spaltung der eigenen Bevölkerung und eine Politik setzt, die dieser nachweislich mehr schadet als nutzt, sollte ein Grund für jene Bevölkerung sein, das Verhalten eben jener Regierenden zu reflektieren. Umso schwerer verständlich ist es, wenn sie dies nicht tut. Wo kommt er her, der deutsche Wille zur Bequemlichkeit und Passivität?

Spätestens seit „Mutti-Merkel“ werden uns, der geneigten Bevölkerung,  im Top-Down-Prinzip bestimmte politische Entscheidungen als alternativlos verkauft. Dies war schon bei der Bankenrettung so – Sie erinnern sich vielleicht noch –, aber auch bei den Ereignissen der jüngsten Geschichte. Ob steigende Energiekosten, massive Aufrüstung oder Solidaritätsbekundungen gegenüber der Ukraine mittels Waffenlieferungen: All das scheinen, folgt man dem gängigen Mainstream-Flow, unausweichliche Handlungsmaximen zu sein, die, dem Hegel’schen Gesetz des Weltgeistes gleich, zwangsläufig geschehen müssen.

Ungeachtet einer interessengeleiteten Politik, die natürlich immer auch mit nationalstaatlichen Interessen einherginge, da nur auf jene Weise der nationale Zusammenhalt, aber auch die Souveränität des Landes und seine wirtschaftliche Leistungskraft gewahrt bleiben, scheint die aktuelle Bundesregierung losgelöst der Volksinteressen zu agieren. Anders ist es leider nicht zu erklären, dass eine pseudo-ethische-Handlungsmaxime beim Ukraine-Krieg zur ersten Bürgerpflicht erklärt wurde, während im Land selbst weite Teile der Bevölkerung in ein wirtschaftliches Zwangskorsett gepresst werden und sich sogar die Mittelschicht mit einer drohenden ökonomischen Notlage konfrontiert sieht. Gleiches gilt für eine Reihe mittelständischer und teilweise sehr traditionsreicher Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen, aus Deutschland abzuwandern oder es bereits getan haben.

Es ist eine Politik der Reichen für wenige Reiche, bei der Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Ein zutiefst neoliberales Mantra also, zu dessen willigem Erfüllungsgehilfen sich die rot-grüne Regierung längst gemacht hat. Wie Schröder zuvor, ist auch Scholz ein „Genosse der Bosse“, nur sitzen diese für Scholz nicht bei VW, sondern bei der Warburgbank in Hamburg und wohlweißlich auf der anderen Seite des Atlantiks.

Warum, so darf die Frage lauten, machen wir Deutschen das überhaupt mit? Wieso lassen wir es zu, dass eine Clique von machtbesessenen Lobbyisten ein Deutschland konzipiert, in dem die Interessen der Bevölkerung keineswegs vertreten werden.

Warum, so muss man auch fragen, lassen wir uns mit 9-Euro-Ticket-Trostpflastern und kurzzeitigen Benzin-Preis-Almosen „abcanceln“, während auf der anderen Seite Rüstungs- und Ölkonzerne die echten Kriegsgewinner sind? Wieso lassen wir uns überhaupt in die spalterische und hetzerische Attitüde der Mainstream-Journaille hineinziehen, die endlich ungehemmt ihre russophoben Neigungen ausleben kann, flankiert von einem administrativen EU-Patronat aus Lobbyisten und Speichelleckern, die ausschließlich auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind? Wir sollten und müssen uns dagegen wehren.

Da nutzt es auch nichts, wenn wir mit vielen teilweise sehr treffsicheren Kommentaren Facebook befüllen. Es geht, und das muss die wahre Erkenntnis der vergangenen zwei Jahre sein, darum, dass uns diese politische Kaste nicht regiert, sondern lediglich als Befehlsempfänger reagiert. Dies müssen wir begreifen, müssen wir verstehen, und dann entsprechende Schlüsse daraus ziehen. Es ist eine Kaste der politischen Kurzstreckenläufer, die sich freiwillig einer transatlantischen Beugehaft unterzogen hat, um sich selbst und uns alle zu geißeln, ohne Fachkompetenz, ohne Skrupel, ohne Werte, dafür mit viel ideologisch inspirierten Ideen und einem Öko-Faschismus, der die Mittelschicht ausbluten lässt.

Glauben Sie, eine Annalena Baerbock hätte sich vor ihrem willkürlichen  Amtsantritt in Geostrategie verstanden oder je etwas von einem der wichtigsten US-Chef-Strategen namens Brzeziński gehört? Es wäre wünschenswert, auf alle Fälle, denn immerhin darf diese Frau die außenpolitischen Fäden der „noch“ bedeutendsten Wirtschaftsmacht Europas ziehen.

Stattdessen poltert sie wie eine „loose cannon on a rolling deck” vor den Mikrofonen der westeuropäischen Leitmedien herum. Dramatisch. Daneben die sorgenvolle Miene eines in seiner Rolle ebenso überforderten Wirtschaftsministers, der nur abrücken müsste von einer transatlantischen Doppel-Moral und die Schleusen von Nordstream I und II öffnen müsste, um die Bedenken der Bevölkerung, den wirtschaftlichen Einbruch und die Abwanderung von Unternehmen zu verhindern. Dann noch ein Kanzler, der am Warburg-Syndrom, aka post-monetäre Amnesie, leidet. Glauben Sie, dieses Dreigestirn holt uns irgendwo raus und hilft uns weiter, irgendwie?

Der deutsche Michel sitzt währenddessen vor dem PC und regt sich auf. Schweigend und in sich gekehrt – zumindest im Reallife, wie man es heute nennt. Einem Volk, das keine Revolution möchte, kann man sie nicht aufzwingen.

Benommen und mit Gleichgültigkeit sitzen wir in unseren Stuben, und hoffen: auf die Monotonie unserer kleinen Leben mit ihren kleinen Fluchten. Den Grillfesten am Abend, den Urlauben an der Nordsee. Auch das ist menschlich – aber längst keine Rechtfertigung zur Passivität. Wir erdulden ein Verhalten unserer führungspolitischen Kaste, das weder hinnehmbar, noch ertragbar ist. Genau diese Kaste sonnt sich im Schoß der wirtschaftspolitischen Vollversorgung und lässt für uns ein paar Krümel übrig – wenn überhaupt. Und viele von uns geben sich damit zufrieden!

Vielleicht ist es mit der spätrömischen Dekadenz vergleichbar, von der ja Westerwelle schon sprach, die zu dieser Passivität einlädt. Das Leben in einer maroden Gesellschaft, der Verknappung von Sozialleistungen, der „flexiblen“ Jobs und der konsumierenden Maßen.

Eine Masse, die sich dem ideologischen Diktat von Minderheiten und ihren Partikulär-Interessen unterordnet, die sexuelle Vielfalt mit neurotischen Sprachauswüchsen verwechselt und für die sich die Selbstverwirklichung im Tragen von schriller Unterwäsche und in der Verwendung von Wortsilben zur Geschlechterkennzeichnung erschöpft.

Es ist eine Gesellschaft der Zersplitterung und Zerfaserung, in der das individuelle Glück und die Definition dessen, was das überhaupt ist, sich lediglich auf der persönlichen Ebene abspielen. Das ist potentiell nazistisch.

Es scheint ein Prozess der Selbstgeißelung zu sein, der sich da vollzieht, die „Entkörperung“ von Sprache und Geschlechtlichkeit, eine Art Gesellschaftsneurose der Abspaltung des Seins – vom individuellen Denken zur reinen Definition über die Gruppenzugehörigkeit. Jeder, der keiner Minderheitengruppe zugeordnet ist, ist „out oft he game“, ist konservativ, rassistisch und böse. Doch echte gesellschaftliche Toleranz geht weit über die Grenzen individuellen Seins hinaus. Sie definiert sich auch nicht darüber, ob ich zu meinem Gegenüber „ich, du, er, sie, es“ sage. Denn das sind Äußerlichkeiten, die ohnehin in den Hintergrund treten sollten, wenn das Innere im Gleichgewicht ist.

Willkommen in der Cancel-Culture
Eine Kultur des Kaschierens ist die Folge. Wir kaschieren die Geschichtlichkeit der Sprache, verhängen Embargos gegen historisch gewachsene Begriffe (z. B. „Mohrenkopf“ , „Zigeunerschnitzel“), aber kitten nicht mal ansatzweise die echten Bruchstellen des marode gewordenen Sozialstaates, verharren zum Großteil in dem von der politischen „Elite“ diktierten Tagesgeschehen, fixiert auf uns selbst, ohne nur eine Idee davon zu haben, wie eine bessere Gesellschaft überhaupt aussehen könnte.

Geschlechtsidentität und die Aufweichung von Geschlechtergrenzen werden uns als neue Freiheit vorgegaukelt und wir geben uns damit zufrieden, ohne die echten kollektiven Sollbruchstellen der Gesellschaft überhaupt noch wahrzunehmen: Eintreten für Friedenspolitik, Engagement für sozial-ökonomische Gerechtigkeit, gewerkschaftliche Organisation sowie Aus- und Aufbau einer direkteren Demokratie rücken immer mehr in den Hintergrund in dieser Gesellschaft der Gesättigten, die metaphorisch und wörtlich grenzenlos ist.

Doch wie sollen sich ohne Grenzen überhaupt Profile schärfen, wie eine soziale Identität herangebildet und Pluralität vertreten werden? Wir verlieren uns in der Verwendung des Binnen-I’s, biegen und brechen unseren kulturellen westeuropäischen Wertekanon bis zur Schmerzgrenze, ohne die Folgen zu bedenken. Darin liegt die Crux: im Streben nach möglichst viel Individual- Glück, ohne das kollektive Glück ernst zu nehmen.

Wir verlieren uns im Klein-Klein der Oberflächlichkeit, im Glanze des Regenbogens, dessen Farben blass geworden sind, was nutzt der schönste Regenbogen, wenn man keine Arbeit hat, wenn man letztendlich doch fremdbestimmt wird und es nicht einmal merkt?

Wenn man den als handlungsrelevant verkauften Narrativen nur noch passiv gegenübersteht – scheinbar. Wenn alles ein politischer Einheitsbrei geworden ist, der die Bürger mahnt, drangsaliert und als Steuervieh missbraucht, um eine mit US-imperialistischen Interessen verwobene Außenpolitik zu finanzieren?

Steigende Preise allerorts, Inflation, Corona und Depression: Statt dies als Chance zu begreifen, unser politisches System der Fassadendemokratie zu überwinden und die es repräsentierenden Parteien nun endlich als Verräter am Volke zu begreifen, wenden sich viele angewidert ab. Der Homo Apolitical ist geboren und tröstet sich mit seinem kleinen Individual-Glück des Konsums über die erodierende Gesellschaft hinweg. Völlig devot, völlig selbstzufrieden, völlig teilnahmslos. Erzogen, um zu folgen, hat er sein Schicksal, ein Spielball der politisch-aristokratischen Kaste zu sein, längst akzeptiert. Und daran wird nicht nur er, sondern unsere gesamte westeuropäische Gesellschaftsordnung zugrunde gehen.  

50 Jahre Mauerbau

Heute ist es schon 50 Jahre her, dass mit dem Mauerbau begonnen und Deutschland in zwei Hälften geteilt wurde. Da hatte also wohl doch jemand die Absicht, eine Mauer zu errichten. Welche Folgen dieser Schritt für uns, für unser Volk, nach sich zog, ist hinlänglich bekannt. Umso wichtiger also, nicht zu vergessen und an ein solches menschenverachtendes Vorhaben eines diktatorischen Regimes – dass sich einen pseudo-sozialistischen Anstrich verlieh – zu erinnern – ganz ohne wrklichkeits-verzerrenden Retrogedanken oder nostalgischen Touch à la Googbye Lenin.

Mauer – das hieß Leid, Tod, Getrenntsein von seinen Lieben und damit für viele das Zerreissen der individuellen Lebensbiographie. Auch wenn es mit den damals von Kohl beschworenen blühenden Landschaften nicht so schnell ging, wie es ursprünglich geplant war: Der Schritt zur Einheit war der richtige und führte zusammen, was zusammen gehörte. Dass wir Wessis, sozusagen als monetäre Gegenleistung dafür, den Soli-Zuschlag auf uns nehmen mussten – schön und gut. Damit konnte und kann ich persönlich leben – denn das Positive überwog.

Immerhin bedeutete diese Zusammenführung zweier gesellschaftlicher Systeme auch eine Annäherung hinsichtlich der Gefahr des Kalten Krieges und ließ alle Parteien in den Zwei-Plus-Vier-Gesprächen noch einmal näher zusammenrücken. Zur Erinnerung: Damals verhandelten die „noch“ beiden deutschen Staaten und die vier Siegermächte des 2. Weltkriegs gemeinsam über das deutsch-deutsche Schicksal. Wie leicht hätte da jegliche Harmonie einem Dissenz weichen können… Immerhin hatte der französische Präsident bei dem historisch wichtigen Strandspaziergang mit Kohl hinsichtlich der Wiedervereinigung ernsthafte Bedenken geäussert. Gut, dass dieses zeitgeschichtliche Großprojekt daran nicht scheiterte.

Die Gedenkfeier fand heute an der Bernauer Straße in Berlin statt. Dort wurde eine Art „Todesstreifen“-Museum eingerichtet – inklusive Stacheldraht, Wachtürmen, Peitschenlampen und der 3,60 Meter hohen Mauer – das einen gespenstischen Eindruck von dem vermittelt, was Menschen bei einem Fluchtversuch erwartete. 245 Menschen fanden an der Mauer den Tod. Vergangenheit wird zur Geschichte und das ist gut so. Ein Hoch auf den 9. November 1989.