K wie Klimakrise

Gutes Klima ist prima. Auf diese einfache, aber prägnante Formel könnte man es herunterbrechen. Als ich gestern Abend über die Autobahn fuhr, hörte ich Radio. Währenddessen überholten mich einige SUVs, die sicherlich, was die Umwelt- und Klimafreundlichkeit betrifft, echte Unsympathen sind. Im Radio lachte derweil ein vom Staat gut bezahlter Moderator ins Mikrofon. Für die Nicht-Lateiner unter Ihnen: Dessen Berufsbezeichnung stammt vom lateinischen „moderātor“ ab, was soviel heißt wie „der Lenker und Führer“. Nomen ist omen. Er sprach davon, dass die Spritpreise, dabei lachte er tief von innen heraus, ja stiegen, aber der Sender, und das sollte die Pointe seiner witzig gemeinten Ansage sein, einem Hörer – respektive einer Hörerin – eine Urlaubsreise bezahle, wenn, aber nur wenn, er oder sie selbige gewänne. Nach seiner Aneinanderreihung der Konjunktive verdaute ich zunächst das Gehörte. Konnte es tatsächlich sein, dass dieser Staatsdiener, der sich, ob des ihm durch den sogenannten Service-Beitrag garantierten üppigen Gehalts, beileibe keine Sorgen ums materielle Dasein machen muss, so etwas Essentielles wie den Benzinpreis für eine flapsige Ansage missbraucht hatte? Ich fuhr daraufhin wohl doch ein bisschen schneller als sonst und verbrauchte mehr Benzin, als es mir lieb war.

Diese Flapsigkeit, dieser kommunikative Fauxpas ist, so dachte ich mir, doch ein Schlag in die Magengrube aller Menschen, die sich Tag für Tag mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit – und im Idealfall wieder nach Hause – machen müssen. All jene Pendler, die auf den PKW angewiesen sind, deren Löhne aber nicht proportional zu den Spritpreisen steigen und die, früher oder später, in arge materielle Bedrängnis geraten. Über all jene Menschen macht sich dieser Pausenclown also lustig.

Doch dieser eine Moderator steht nicht alleine da mit seinen verbalen Unpässlichkeiten. Denn ich glaube fest daran, dass solche Äußerungen System haben, indem sie nämlich von beängstigenden Fakten ablenken, diese relativieren und ins Lächerliche ziehen sollen. Das Ausschweigen der Medien über eine solche Dissonanz – wie die des ins Nirvana kletternden Benzinpreises – ist ebenfalls eine bewährte Taktik. Dabei gäbe es eigentlich vieles, was man – mittels investigativem  Journalismus – thematisieren müsste. Das Faktum beispielsweise, dass der Benzinpreis sich zu über sechzig Prozent aus Steuern zusammensetzt und dass es niemand anderes als die Bundesregierung selbst ist, die dies zu verantworten hat. Der Benzinpreis wohlgemerkt, ist da nur ein Beispiel von vielen anderen.

Der gemeine Pöbel wird derweil von Narrativ zu Narrativ gejagt, und sieht sich Realitäten gegenüber, denen er nur noch passiv ausgeliefert ist, statt sie aktiv mitgestalten zu können. Klima, wissen Sie, das ist ein so schön abstrakter Begriff, dass sich über ihn quasi Verbote am laufenden Fließband generieren lassen – sofern diese Fließbänder dann ohne all die Kraftwerke, die ja in den kommenden Jahren abgeschaltet werden, überhaupt noch laufen.

Ja, ein ausgewogenes Klima ist prima, schrieb ich weiter oben. Doch die eigene Bevölkerung als einen in Geld gedrängten Punching-Ball zu verwenden, den man nach Belieben auspressen kann, das halte ich langfristig für sehr gewagt. Auch gewagt ist es, Entscheidungs-Spielräume – Stichworte: die Verbrenner sollen weg – einzuengen, während den Endverbrauchern keinerlei praktikable und finanziell darstellbare Alternativen – sind das E-Autos überhaupt? – aufgezeigt werden. Ich meine: Wo kommen denn die ganzen Rohstoffe für die Akkus her, bitteschön? Und der Strom fließt auch nicht mit Wind allein – jedenfalls noch nicht. Denn wenn der Wind nicht weht, dann auch das Windrad steht. Aber lassen wir derlei platte Reime, denn vieles bleibt da ungereimt. Wer grün handeln will, darf auch das menschliche Handeln nicht vergessen. Wenn wir jetzt, ganz schnell – denn just nach der Corona- ist ja Klimakrise angesagt – „grün“ handeln sollen, dann müssen wir das auch bezahlen können. Jeder einzelne Bürger. Sonst sehen diese nämlich „rot“ oder wählen früher oder später „braun“.   

Wo wir gerade bei Farben sind. Ich glaube, dass die Politik Morgenluft gewittert hat. Das Regieren im Top-Down-Prinzip, so wie in der Corona-Pandemie geschehen, bietet ihr wirklich ungeahnte Möglichkeiten – ganz egal, von welcher Ampelphase wir da sprechen. Aber noch sind die Kartell-Parteien ja dabei, die Beute untereinander aufzuteilen. Klima und Klanzler. Beides beginnt mit „K“, genauso wie das Wort Krise, wobei Frau Baerbock so gerne die erste Klimakanzlerin geworden wäre. Krise abgewendet, könnte man da sagen. Vorerst, denn der Gedanke daran, es könnte eine Klimakanzlerin Annalena Baerbock geben, weckt in mir unweigerlich seltsame Assoziationen an Kanzler Palpatine aus Star Wars. Vielleicht weil Annalena auch so gerne gehabt hätte, dass die Macht um jeden Preis mit ihr ist, und dabei auch deren dunkle Seite nicht fürchtet. Immerhin sondiert sie ja bereits mit der FDP.

Ganz gleich, wer regiert: Besser wird es für den Durchschnittsgeldbeutel nicht werden. Ergo: Selbst wenn der Mindestlöhner seine zwölf Euro pro Stunde bekommt, gibt er die paar Groschen mehr ohnehin an der nächsten Tanke wieder aus. Aber, was will er machen.  

Das Argument „gut fürs Klima“ wirkt eben so schön frisch und moralisch integer, dass jedes Gegenargument sowas von dagegen abstinkt. Nach dem Motto:  Du bist gegen steigende Rohstoffpreise? Du bist ja gegen das Klima und ein ganz Böser für die Erde, du Klima-Dissident. Ich sehe schon geheime Treffen von in Palästina-Schals gehüllten, aus Dosen Bier trinkenden, Diesel gefüllte Rasenmäher nutzenden, Diesel-PKW fahrenden Abtrünnigen vor mir, die sich samstags auf einem abgelegenen Feldweg treffen, ganz im Geheimen – um der alten Zeiten willen.

Was gerne vergessen wird, ist, dass es nicht nur ein Klima, sondern viele Klimas – und damit einen  furchtbareren Plural mehr – gibt. Das Gesellschaftsklima zum Beispiel, dem wir uns genauso wenig entziehen können, wie dem Wetter. Und eine Politik der Verbote führt  da unweigerlich in eine gesellschaftspolitische Warmzeit, in der sich die Gemüter aufheizen – auch wenn die Mehrzahl der Deutschen – noch – den Tiger an der Tankstelle im Tank lässt.

Der Radiomoderator lallte währenddessen etwas vom Wetter. Es soll sonnig werden, meinte er. Hat bestimmt etwas mit dem Klimawandel zu tun, dachte ich mir. Von links fädelte sich ein Porsche Cayenne-E-Hybrid  auf meiner Spur ein. Gutes Klima muss man sich schon leisten können.  

Alles Klimakrise oder was?

Umweltschutz, so viel kann man wohl festhalten, war und ist etwas Gutes. Problematisch wird es dann, wenn dieser auf eine Weise von politischer Seite instrumentalisiert wird, die die gesellschaftliche Spaltung fördert. Ein Kommentar von A. M. Altmeyer

Werbebotschaften müssen stringent und einheitlich sein, damit sie von den Rezipienten verstanden werden. In der Welt der Werbung gilt das als ungeschriebenes Gesetz. Genauso wie das Credo: Sende nie mehr als eine Werbebotschaft auf einmal, denn dies, so die Annahme der Kommunikationswissenschaft, würde den Nutzer und damit den potentiellen Kunden überfordern. Ich persönlich glaube, dass diese Annahme stimmt, obgleich sie stark simplifiziert, da jeder Nutzer ja anders tickt, einen sehr individuellen Bildungs- und Sozialisationshintergrund mitbringt und damit schneller – oder eben weniger schnell – verstehen kann, worum es geht.

Was für Werbebotschaften gilt, scheint auch auf Nachrichten übetragbar zu sein. Denn wir leben, medial gesehen, in einem schier monothematischen Zeitalter, in dem die Medien die Menschen von Narrativ zu Narritv lenken, um ihre Aufmerksamkeit buhlen und sie im dauerhaften Alarmzustand halten. Ein Zeitalter, in dem, damit die Medien-Konsumenten es auch wirklich verstehen, oder vielmehr aufsaugen wie ein Schwamm, thematisch immer wieder eine andere Sau – nicht gar zwei oder drei Sauen – durchs Dorf getrieben wird. Corona und die mit dem Virus einhergehende Berichterstattung sind da wohl eine kleine Ausnahme, denn der Zeitraum, in dem die Zuhörer und -seher mittels emotionsgeladenen Sprachegebilden in Angst, Schrecken und Ahnungslosigkeit versetzt wurden, erstreckte sich summa summarum über fast zwei Jahre und war außerordentlich lang. Will sagen: Die Aufmerksamkeit sind. Es muss was Neues her.  

Nun aber, da das Virus und selbst seine weit tückischeren Delta- und Lambada- – oder wie hieß sie nochmal? – -Varianten mittels Impfstoff weitestgehend unschädlich gemacht und damit medial aus dem Fokus rücken, steht schon die nächste Sau bereit, um mit allerlei Tamtam und Schingderassabumm gejagt zu werden. We proudly present (again): the Klimawandel. Klimawandel. Sickert das Wort langsam in Ihr Gedächtnis ein, wandert es schon von Synapse zu Synapse, übermittelt von den fleißigen Neurotransmittern, die ihren Job machen? Klimawandel – am Morgen im Radio – Klimawandel am Abend bei den Tagesthemen. Überall ist der Klimawandel angekommen. Das Wort, und die mit ihm verbundenen Assoziationen, wecken in uns Emotionen – ganz abstrakt, und doch, so scheint es, spür- und erlebbar. Wer wäre nicht für eine saubere, grünere Welt, in der die Vögel überall zwitschern, in der die Bäche kristallklar plätschern und die Luft so sauber wie auf der Zugspitze an einem Wintermorgen ist? Und je öfter wir vom Klimawandel hören – je öfter dieser Begriff bis zum Erbrechen (die alten Griechen nannten dies in der Rhetorik „ad nauseam“) auftaucht, desto klarer appelliert eine innere Stimme in uns: „Da musst du, da müssen wir was tun“. Was kann daran falsch sein?

Erst mal nichts. Denn Umweltschutz ist wichtig. War er immer schon. Als Kind der 1980ger Jahre erinnere ich mich noch an die Bilder vom damals so schmutzigen Rhein, dessen Wasser – ich glaube in Ludwigshafen war es – sich in eine blubbernde, schaumige Plörre verwandelt hatte. Ich erinnere mich auch an Greenpeace-Aktivisten, die in Schnellboten sehr aufmerksamkeitsstark waghalsige Manöver vor japanischen Walfangboten vollführten. Ich fand das sehr beeindruckend als Kind.

Umweltschutz, so viel kann man wohl festhalten, war und ist etwas Gutes. Problematisch wird es dann, wenn dieser auf eine Weise von politischer Seite instrumentalisiert wird, die die gesellschaftliche Spaltung fördert. Und dies beginnt dort, wo er nur durch enorme finanzielle Einbußen für den Einzelnen, von oben herab, diktiert wird.

Ich bin der Meinung, dass dieses Vorhaben „on the way“ ist – und zwar parteiübergreifend, zumindest in Deutschland. Eine Vielzahl der Maßnahmen, die seitens der realitätsfernen EU-Aristokraten, allen voran von der umtriebigen Aufsteigerin Ursel von der Leyen, befehligt werden, werden in erster Linie zwei Gruppen ökonomisch belasten, die ohnehin schon auf dem sinkenden Ast sitzen: Mittelstand und Mittelschicht.

Denn während die Energie-Preise voraussichtlich drastisch steigen, tun dies die Reallöhne keineswegs. Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, können Sie bekommen, wenn Sie mal wieder Ihr Auto auftanken müssen – mit gewöhnlichem Benzin, nicht mit dem Strom aus der Steckdose. Für Pendler, Speditionen, Taxifahrer, Pizzaboten und so fort, das muss ich Ihnen leider sagen, wird es langfristig noch viel schlimmer kommen.

Mehr Steuern sollen es richten, sollen uns, einer Ablasszahlung gleich, rauskaufen aus dem Dilemma, in das uns jene, die jetzt die Steuern fordern, erst hineinmanövriert haben. So einfach ist das – zumindest für jene, die eigentlich unsere Interessen wahren und durchsetzen sollten. Dabei lenkt der plötzliche „grüne Gesinnungswandel“ der Parteien von einer Sache ab: von ihrem jahrzehntelangen Versagen und vom Kuschel-Kurs, den die jeweils regierende Kaste mit den Energie-Konzernen und anderen großen Industriezweigen, darunter vor allem die Autoindustrie, pflegte.

Nur mit diesem Kuschelkurs, andere würden es Fetternwirtschaft nennen, ist es zu erklären, dass jene Technologien, die angeblich so sauber sind, (noch) nur einer elitären und finanzstarken Klasse zugänglich sind, bzw. dass sich nur diese überhaupt ein E-Auto leisten kann. Nach Alternativen – und vor allem nach der kostengünstigen industriellen Fertigung derselben – wurde lange nicht gefragt. Die Renditen flossen ja.  

Doch gehen wir noch einen Schritt zurück: Muss vor einem elementaren Kurs-Wechsel in der Umweltpolitik, der über zig Jahre verschlafen wurde, zuvor nicht über eine umfassende Analyse nachgedacht werden? Eine Analyse des klimatischen Ist-Zustandes, in deren Rahmen  verschiedenste Wissenschaftler zu Wort kommen? Wo ergebnisoffen diskutiert wird, bevor einschneidende Maßnahmen gegen die Bevölkerung „verhängt“ werden? Eine solche Analyse, die natürlich nicht ewig dauern darf, müsste zweifelsfrei klären, ob es den „Klimawandel“, und zwar den durch den Menschen verursachten, gibt, welche Folgen vermeidbar sind und mit welchen wir leben müssen. Dies wären Planspiele, zugegeben, aber immerhin würden sie zur faktischen Untermauerung eines Narrativs beitragen, dessen Folgen (noch) nicht abschätzbar sind. Fakten müssen her.

Denn wenn wir diese Faktenbasis nicht schaffen, wenn elementare Entscheidungen nicht aufgrund von Fakten getroffen und einzig allein aus Aktionismus Maßnahmen abgeleitet werden, laufen wir Gefahr, Emotionalität walten zu lassen, statt Vernunft. Bei der gegenwärtigen Berichterstattung hat man schnell den Verdacht, dass eben diese Emotionalität bewusst geschürt wird. Da nehmen sich Klima und Corona nicht viel.

Es darf obendrein auch die Frage gestellt werden, wie sehr der polititischen Elite wirklich am Klima gelegenen ist, wenn sie einerseits für die Nutzer fossiler Brennstoffe Steuerpakete schnürt, andererseits aber an darauf wurzelnden Großprojekten wie Northstream 2 auf der einen Seite und Fracking-Gas auf der anderen Seite ungebremst festhält. Auch die Militärausgaben werden sukzessive steigen, zumindest, wenn Deutschland das 2 Prozent-Ziel des BIP anstrebt, was ja im Sinne der Amerikaner wäre. Das bedeutet: Noch mehr Großmanöver, noch mehr Schüsse und noch mehr Dreck – zu Land, zu Wasser und in der Luft. Gut für die Umwelt ist die nicht. So viel ist sicher.

Der vom Menschen gemachte „Klimawandel“ – ganz egal, ob es ihn nun gibt oder nicht – ist jedenfalls ein PR-trächtiges Wort. So viel ist ebenfalls sicher. Ein Wort, das Fakten schafft, doch diese sind in erster Linie vorerst mehr von monetärer Natur: mehr Steuern, mehr Abgaben, mehr Einmischung des Staates in die Wirtschaft und mehr Kontrolle. Obendrein bietet dieses aufgewärmte Narrativ den Herrschenden viel Potential, ihre Vorliebe für autokratisches Regierungshandeln unter dem Deckmantel des „Gutes tun für die Umwelt“ ungehemmt ausleben zu dürfen. In Zeiten von Corona hat man Blut gelegt, nun will man mehr. Macht ist eben verführerisch.

Sollte der Bundesregierung – und allen Regierenden dieser Erde – nicht daran gelegen sein, Alternativen bereitzustellen? Denn die Stimme in unserem Inneren, die an unsere Vernunft appelliert, hören wir eigentlich doch alle. Aber nicht jeder, der diese Stimme hört, hat das Geld, in Sachen Umwelt moralisch zu handeln.

Das verkennt die Politik bei ihrem Regieren „von oben herab“ vollends. Was es bräuchte, ist keine weitere Gängelung, kein Ausquetschen der Bürger, keine überteuerten E-Autos, die zwar staatlich, also von uns, subventioniert werden, aber immer noch für die meistenMenschen viel zu teuer sind.

Nun könnte man mir unterstellen, ich will am Alten, am Überholten festhalten. Nein, darum geht es nicht. Es geht darum, gangbare Wege zu beschreiten, auf denen jene, die sich keinen E-Porsche leisten können und keine Solarzellen auf dem Dach haben, weil sie kein eigenes Dach haben, nicht auf der Strecke bleiben. Es geht darum, dass nachhaltiger Umweltschutz nur „mit der Bevölkerung“ funktioniert, nicht indem man ihn als Größe „gegen sie“ verwendet.

Die Klimafrage ist eigentlich eine Umweltfrage, die schon früh gestellt wurde – deren finale Beantwortung allerdings noch aussteht. Eine solche Antwort jedoch darf wesentliche Teile der Gesellschaft nicht übergehen. Dies ist es, was jene verkennen, die lauthals auf den Straßen ihre Forderungen nach „Future“ postulieren. Viele von ihnen, und das sage ich, obgleich ich politisches Engagement bei Jugendlichen sehr schätze, finden sich nach der Demo in genau jener materiellen Filterblase wieder, die ihnen Mama und Papa finanziert haben: mit Playstation im Einfamilienhaus.

Ein Weg zur Nachhaltigkeit sieht anders aus, und setzt nicht nur ein individuelles, sondern ein systemisches Umdenken voraus.

Wir müssen zuallererst weg vom Gedanken der „Erbschuld“ in Sachen Umweltschutz, denn ein schlechtes Gewissen ist keine Basis für positives Handeln. Nicht jeder von uns ist ein Vielflieger, nicht jeder fährt einen SUV. Aber wir alle leben in einer ambivalenten Welt, in der jene, die dies tun, geschmäht und gleichzeitig bewundert werden, während medial schamloses Konsumverhalten propagiert wird, das mit Nachhaltigkeit nichts zu tun hat. Das ist der Kern des Pudels.

Eines kann ich Ihnen versichern: Eine Wirtschaftsordnung, die auf die Ausbeutung von Ressourcen ausgerichtet ist, hält auf die Frage, wie wir unseren Planeten dauerhaft schützen können, keine Antwort bereit. Wo die Klimafrage zur Interessen-Frage wird, laufen wir allerdings Gefahr, dass die soziale Schere durch eine noch supressivere Abgabenpolitik und mangelnde kostengünstige Alternativen immer stärker auseinandergeht. Das ist weder gut fürs Klima, noch für uns Menschen.

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