Immer `nen dummen Spruch auf Lager

Ja, ja die Schwarmintelligenz. Also irgendwie glaub ich daran nicht mehr so recht. Nehmen wir mal Facebook. Das 1 Milliarde-Mega-Nutzer-Netzwerk sollte ja eigentlich für den Massengeschmack repräsentativ genug sein, oder? Was muss – na ja – was kann ich da mit meinen Augen immer wieder für schöne Sprüche über den Bildschirm flimmern sehen, die heftigst geliked, geteilt und kommentiert werden.

Das sind aber auch philosophische Ergüsse der besonderen Art: „This is a Nudelholz, take it an hau it on a kopp of a bekloppt person“, „11 Gründe, warum Männer Fußball besser finden als Sex“…

Gut, gut. Das mag ja vielleicht noch ganz witzig sein. Richtig schön wirds dann aber erst, wenn der Poster oder die Posterin des sogenannten fiktiven Charakters (schöne Worthülse, nicht wahr???), dann tief in die Herz-Schmerz-Ich-bin-doch-so-verletzt-worden-Kiste greift. „Du wirst eines Morgens wach werden und merken, dass ich dir fehle, doch dann bin ich weg“, „Sei doch selbst mal perfekt, bevor du dir über mich dein Maul zerreisst“. Seufz…. Die Macher dieser Seiten sind garnicht mal so blöd: Immerhin finden sich in den meist inhaltsleeren Plattitüden die meisten Menschen wieder. Und was nicht passt, wird eben passend gemacht.

So verwundern die hohen Nutzer-Zahlen nicht, da die Leutchen eben nach Cyber-Emotionalität streben, da das im Real-Life mehr als ein simples Like bedingt. Hobbypsychologen aufgepasst: Ihr könnt nämlich jetzt ganz leicht auf die psychischen Befindlichkeiten eurer ‚besten‘ Freunde schließen. Schaut euch einfach mal an, welchen Spruch sie geliked haben – übrigens sollte man das Facebook-Monitoring auch in jeder Personalabteilung einführen.

Wie??? Die ganzen vielen Facebook-Freunde sind garnicht alle eure Freunde? Na dann: Noch besser. Man stelle sich folgendes Szenario vor: Lieschen S schreibt, dass sie ihren Schatz soooo doll vermisse… 100 Punkte für uns! Denn wir kommentieren einfach mal unter den Post: „Komisch, habe ihn gerade mit n’er blonden Beauty in der Stadt gesehen“. Du wirst sehen: Dieses direktive Verhalten entwickelt relativ schnell eine besondere Eigendynamik.

Aber den absolut besten Spruch – read ever – muss ich hier unbedingt wiedergeben:

„Manche Leute verstehen nicht, dass Facebook kein Tagebuch ist…“ Dazu das Foto einer ernst drein blickenden Frau. Wow!

Na dieser Sprücheklopfer sollte sich bitteschön doch dringend mal mit den Ansichten Mark Zuckerbergs beschäftigen und dann schleunigst aus Facebook austreten.

Fettes „Dislike“ meinerseits….

Autor: Andreas Altmeyer

Autor, Werbetexter, Gegen-den-Strom-Schwimmer

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