Was bleibt?

Ich habe heute beim Aufräumen einer großen Mehrzweckhalle geholfen. Diese Halle hatte über Jahre hinweg ein alter Herr betrieben, der allerdings nun die Diagnose Pankreas CA, kurz Bauchspeicheldrüsen-Krebs, gestellt bekam. Daraus ergibt es sich, dass er diese Halle, die er sein ganzes Leben lang hegte und pflegte, nicht mehr länger als Hausmeister übernehmen kann. Sein Zustand verschlechtert sich von Tag zu Tag und er hat wohl nur noch einige Wochen zu leben.

Der Vermieter, eine große Wohnungsbaugesellschaft, hat auch kein Interesse daran, das Objekt zu erhalten. Daher wollten wir, eine Truppe von 5 Mann, diesem Mann helfen. Schnell und unentgeltlich. Unglaublich, was sich da in den letzten Jahrzehnten an allerlei Dingen angesammelt hatte. Irgendwie könnte ich niemals so etwas wie Haushaltsauflösungen verantworten. Man hat das seltsame Gefühl, ein ganzes Leben zu negieren… Das wirklich Schlimme daran ist, dass jede Kleinigkeit, jedes Bild, dem alten Mann etwas bedeutete und man (also ich) es dennoch einfach entsorgen und wegwerfen musste. Alle Sinnhaftigkeit, alle Arbeit, alle Mühe – ausgelöscht…

Dieser Mann, dessen ganzes Leben bestimmt war von seiner Arbeit, wird Zeuge davon, dass ein entscheidendes Element seiner Existenz, einfach „dekonstruiert“ wird. Kafka sagte treffend: „Das eigentlich Charakteristische dieser Welt ist ihre Vergänglichkeit.“ Aber die direkte Konfrontation mit ihr, macht uns schwach und reisst uns aus jeglichem Omnipotenz-Wahn.

Was bleibt also? Es bleibt, so denke ich, der Eindruck von Jemandem, die Erinnerung an ihn, die gut oder schlecht sein kann. Natürlich verblasst diese und löst sich auf – nach und nach. Das ist es wohl, mit was wir zurecht kommen müssen: Dem Bewusstsein unserer Endlichkeit…

Wer weiß
Wir kommen, wer weiß, woher.
Wir gehen, wer weiß, wohin.
Wir sind wie die Welle im Meer
allein und doch darin.
Wir sind wie das Licht ein Teilchen
und ebenso ein Strahl.
Wir sind auf der Erde ein Weilchen
und vielleicht ein ums andere Mal.
Wer weiß, woher wir gekommen,
wer weiß, wohin wir gehen?
Es bleibt für uns  verschwommen,
bis wir selbst am Ende stehen.

Renate Eggert-Schwarten

McDonalds – Made in USA

This is the excerpt for your very first post.

Ich komme gerade aus dem American Way of life-Restaurant Nr.1: McDonalds. Und wieder einmal entlässt diese Lokalität mich mit der in mir drängenden Frage: Warum zur Hölle tue ich mir das immer wieder an? Ronald Mc Donalds wahres Gesicht?Zwar zähle ich mit meinen Fast-Food-Essgewohnheiten noch längst nicht zu den echten Power-Usern (wobei: eigentlich müsste das wohl eher Power-Eater heißen), allerdings: Ab und an kann ich mich einem Ausflug in die Welt der schnellen Happen nicht erwehren. Was macht nun den Zauber dieses, eigentlich, Anti-Genusstempels aus? Lassen Sie uns dieser Frage also mittels eines Feldforschungs-Experiments nachgehen.

Sie kennen das sicherlich auch: Man kommt dort rein und wird konfrontiert mit einer Geräuschkulisse, die ihresgleichen sucht. Und damit meine ich nicht alleine die Stimmen der Eltern, Kinder, Jugendlichen, Servicekräfte usw. Nein! Machen Sie doch einfach einmal folgendes Experiment: Stellen Sie sich bitte mit geschlossenen Augen einmal vor die Kundentheke. Was hören Sie? Ja, richtig! Es ist Maschinenlärm, der uns, eindrucksvoll und schaurig, mittels Piepsen, Knarren und allem, was dazu gehört, akkustisch zu verstehen gibt, dass wir uns im Nahrungsmittel-Moloch eines amerikanischen Großkonzerns befinden. Alleine diese Kulisse also sollte uns nun doch vor jeglicher Interaktion mit den sich hinter der Theke befindenden, uniformierten Food-Milizen bewahren. Doch weit gefehlt. Auch wenn wir uns laut unseren Sinneswahrnehmungen wohl eher im Gerätepark von BASF befinden, sind wir bereit, uns auf das große Fressen einzulassen. Dass das Ganze dann in einer drängenden, lauten Menschenmenge vor sich geht, ohne Service, macht auch nix mehr. Vielleicht ist das ein Teil des großen McDonalds Erfolgs: Durch die vor dem Essen erlittenen Strapazen, wird eigentlich schlechtes Essen als Belohnung empfunden…

Gut: Endlich an der Reihe. Nun muss es schnell gehen und ich bestelle: „Einmal BigMac Menü, groß, Cola, Ketchup.“ Fertig. Ich schlürfe mit meinem roten Plastik-Tablett also Richtung… Wohin eigentlich? Es ist 12 Uhr – Mittagspause und ich – sowie scheinbar 250 andere Personen – kamen auf die gloreiche Idee, ihren Hunger hier zu stillen, was mich neben dem Geruch von Schweiß und der Sicht auf viele ungewaschene Häupter, mit meinem kindisch anmutenden sch… Pastiktablett (inklusive Grinse-Ronald McDonald-Papierauflage) in die letzte Ecke dieses verwunschenen Ortes zwingt.

Bequem geht wohl anders. Achso – ich vergaß, zu erwähnen, dass mein „Menü“ über 5 Euro kostete. Auch günstig geht wohl anders. Lassen Sie mich also nun zu dem Klimax dieses Elebnisses kommen: Ich biss in das weiche, weiche, weiche Brötchen hinein und der Geschmack von sauren Gurken, Mayonäse, Frikadellen und Salat formierte sich in meinem Mund zu einem undefinierbarem, aber gleichwohl Lust auf Mehr machenden, Geschmacks-Konglomerat. Wenn also die Brüder Richard und Maurie McDonald im Mai des Jahres 1940, diese Pilgrim-Fathers der Systemgastronomie, die Päpste der Geschmacks-Knospen-Verwirrung, mit ihrem ersten Restaurant etwas geschafft haben, dann ist es, durch geschickte Kombination der Zutaten, die Menschen auf ein Produkt einzuschwören, dessen Qualität einzig und allein in seinem fordernden, situativen Geschmacks-Erlebnis liegt. Und dafür muss es sogar nicht besonders gut sein, sondern einfach nur aromatisch betäubend.

Nachdem ich mein Mahl also verspeist hatte (Übrigens werde ich davon nicht wirklich satt.), stand ich auf mit meinem Tablett und stellte es zu den 15 anderen in den (fast) schon vollen Tablett-Wagen.

Wenn man McDonalds (sowie all den anderen großen Fast-Food-Ketten) überhaupt etwas Positives abgewinnen kann, dann ist es das perfekte Marketing, dass sich um das Untehmen erstreckt. Über breit angelegte Aggro-Werbung werden schon die Jüngsten in die Irrungen und Wirrungen amerikanischer Pseudo-Esskultur eingeweit: Ronald McDonald und Junior-Tüte sind da geschickte Schachzüge, um den Lifetime-Value, also den Geldwert, den ein Kunde während seines gesamten Lebens einem Unternehmen zuträgt, schon frühzeitig abzuschöpfen. Kaum erstaunlich, dass da die Umsatzzahlen von McDonalds in Deutschland seit 2002 bis 2010 ausnahmslos gestiegen sind (aktuell bei 2,3 Mrd. Euro jährlich!). Um sich die Bedeutung dieser Wirtschaftsmacht klar zu machen: Wussten Sie, dass es einen sogenannten Big-Mac Index gibt, der die Big-Mac-Preise in verschiedenen Währungen der Erde vergleicht? Bereits im Jahr 2004 verfügte das Unternehmen weltweit über 31.500 Standorte, wobei zusätzlich in den USA weitere Partner-Brands zur Unternehmensgruppe gehören. Perfekte Gewinnorientierung eben. Um sich dem Low-Quality-Vorwurf zu entziehen, bewiesen das Unternehmen und dessen Strategen Ende der 90ger erneut eine gute Marketing-Spürnase: Um ganz bio und umweltbewusst da her zu kommen, wurde das McDonalds M einfach grün unterlegt.

Gut – soweit der Ausflug in die Mc-Donalds Geschichte. Nun stand ich also da – kaum, gesättigt, Burger-Rausch verflogen. Wie ein Junkie fühlte ich mich – reumütig. McDonalds-Zeugs ist also berauschend aber nicht gut. Übrigens – diese These wird von einem gewissen Herrn Sonneborne eindrucksvoll belegt:

„Eigentlich sind wir ja ein Immobilien-Unternehmen. Der einzige Grund, warum wir Hamburger verkaufen, ist die Tatsache, dass diese am meisten Gewinn abwerfen, von dem unsere Restaurantbesitzer uns Miete zahlen können (Schlosser, 96 f.).

Harry J. Sonneborne, McDonalds-Gründer

NANANANANA… Ich liebe es……

Was bedeutet eigentlich Fronleichnam?

Das hab‘ ich mich gefragt. Ok, es ist ein kirchliches Hochfest, so weit so gut. Entstanden ist Fronleichnam durch die Vision der Ordensfrau Juliana von Lüttich um 1209. Diese sah darin den Mond mit einem dunklen Fleck, was später als das Fehlen einer Eucharistie-Feier gedeutet wurde. Daraufhin führte Bischof Robert von Lüttich um 1246 das Fronleichnam-Fest in seine Diazöse ein. Eine wichtige Voraussetzung für das Fest war dabei das Laterankonzil. Dieses hat die Wandlung der eucharistischen Gestalten durch die so genannte Transsubstantiationslehre (schwieriges Wort) präzisiert und dann zum Dogma erhoben. Bedeutet: Erst durch diese Lehre wurde es offiziell „möglich“ (daran zu glauben), dass in der Messe Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt werden können und Gott darin gegenwärtig wird. Damit verehrt und gedenkt dieses Fest auf feierliche Art und Weise dem sogenannten Altarsakrament, was ja die Wandlung versinnbildlicht.

Auch Thomas von Aquin (1225-1274) war an der Enstehung dieses Festes mit beteiligt, indem er Texte für das Offizium und die Messen zusammenstellte. Von ihm stammt die berühmte Sequenz „Lauda, Sion, Salvatorem“ (Lobe, Zion, den Erlöser).

Übrigens war Martin Luther einer der energischsten Gegner dieses Festes und bezeichnete es 1527 als das „schädlichste aller Feste“.

Im Französischen trägt der Tag übrigens den schönen Namen Fête Dieu, also das Fest Gottes. Fronleichnam findet immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten statt und steht damit im Osterfestkreis. Noch ein Wort zur Etymologie: Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen. „Fron“ bedeutet „Herr“ und „Lichnam“ bezeichnet den lebendigen Leib. Gefeiert wird bei dem Fest die bleibende Gegenwart von Jesus Christus. Besonders ist bei diesem kirchlichen Fest die Prozession. Schon 1264 soll übrigens in Köln eine solche stattgefunden haben. Die Prozession führt die Gläubigen an vier Stationen vorbei, die allesamt den Anfang eines Evangeliums verkünden. In Bayern und Köln finden berühmte Prozessionen auf dem Wasser statt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Prozessionen wegen des wechselhaften Wetters heute nicht ins ‚Wasser fallen‘.

Altes Eisen?

Irgendwie ist mir heute Morgen mal wieder bewusst geworden, wie wenig uns die Generation der Älteren eigentlich wert ist. Ich saß, mit gefühlten vierzig weiteren überwiegend älteren Personen, im Wartezimmer eines Arztes. Leider war dieses Wartezimmer ziemlich voll. Zwar konnte ich mir gerade noch den letzten Sitzplatz sichern, allerdings trat schon bald wieder eine ältere Dame ein, die mir recht gebrechlich schien. Ich stand auf und bot ihr meinen Platz an. Das ist prinzipiell selbstverständlich für mich. Was mich jedoch schockierte, war, dass auch einige andere Personen meiner Alltersgruppe zur gleichen Zeit in diesem Wartezimmer saßen. Diese wirkten ganz und gar mit sich selbst beschäftigt und machten überhaupt keine Anstalten, der alten Dame entgegen zu kommen und ihren Platz anzubieten.

Einer von ihnen stach mir besonders ins Auge. Irgendwie erinnerte mich der gute Mann an unseren Fußball-Bundestrainer: Weißes Hemd und unglaublich busy. Übrigens blieb ich daraufhin stehen, da immer weitere ältere Damen und Herren in das Wartezimmer drängten. Die Herren meiner Altersklasse (es waren in diesem Fall tatsächlich ausnahmslos Herren) ließ das jedoch immer noch völlig kalt.

Was mir dieser kleine Vorfall einmal mehr verdeutlichte, ist die noch immer in unserer deutschen Gesellschaft gering ausgeprägte Akzeptanz gegenüber den Älteren. Ich meine: Wir gehen Oma und Opa besuchen – an Weihnachten und anderen Feiertagen – schön und gut. Aber sind wir wirklich bereit, uns auf die Bedürfnisse älterer Menschen, ja deren Existenz überhaupt, auch im Alltag einzulassen? Ich denke nicht. Aber woran liegt das eigentlich? Ist das Nicht Wahrhaben wollen des Alters vielleicht unserem Wunsch geschuldet, nicht all zu früh mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert zu werden? Vielleicht. Oder haben wir hier in Deutschland einfach den respektvollen Umgang mit älteren Menschen garnicht erst gelernt? Das von mir beobachtete Phänomen sieht man immerhin in vielen Situationen des öffentlichen Lebens. Nehem Sie Bus, Bahn, Warteschlange im Supermakt. Natürlich gibt es da auch die rüstigen Alten, die sich ihrem Alter nur bewusst sind, wenn es darum geht, daraus Vorteile zu ziehen (Junger Mann, lassen Sie mich mal vor da. usw.). Die meine ich nicht. Denn die bedürfen – jedenfalls noch – nicht unserer Fürsorge. Mir geht es um das Erkennen und Wahrhaben von alten Menschen, die von unserer Akzeptanz im Alltag in gewissem Maße abhängig sind. Und das muss ich mich schon fragen: „Liebes Deutschland, was hast du da nicht verstanden?“

Nehmen Sie als Gegenbeispiel die familiären Bande italienischer Einwanderer-Familien, die auch nach Jahren der eigentlichen Einbürgerung unglaublich stark zu sein scheinen. Hier geht nichts ohne la Mama oder la familiaüberhaupt.

Der von uns tradierte Familienbegriff ist dagegen weitaus offener und durchlässiger. Familie hat bei vielen von uns nicht den Stellenwert, der ihr eigentlich gebührt – leider.

Andererseits denke ich, wir konzentrieren uns einfach zu sehr auf uns selbst. Gestern habe ich bereits auf Ricard verwiesen, der die Akzeptanz gesellschaftlicher Interdependenz als essentielle Grundlage einer echten Selbstlosigkeit propagiert. Ja, ich denke, genau das ist es: Um den Älteren endlich überhaupt empathisch gegenüber zu treten, müssen Viele überhaupt erst einmal kappieren, dass wir von einander abhängig sind. Nur wenn wir uns als kollektiv Handelnde wahrnehmen, haben wir die Chance, von unseren Egotripps runter zu kommen.

Natürlich könnte man nun auch argumentieren:Ja, mit den zunehmenden Rollenerwartungen an uns werden wir immer mehr Stress ausgesetzt. Die „böse“ Gesellschaft ist schuld. Das will und kann ich an dieser Stelle jedoch nicht gelten lassen. Andere Gesellschaften sind genau so „komplex“ strukturiert wie die unsere. Andere Gesellschaften – nehmen Sie ganz Südeuropa – sind unserer sehr ähnlich. Kurz gesagt: Auch die in ihnen lebenden Menschen, müssen arbeiten und haben sich dennoch eine gewisse Empathie im Umgang mit dem Alter und den Alten bewahren können. Wir nehmen uns, so bin ich überzeugt, einfach viel zu wichtig.

Wenn wir von diesem Egotripp endlich mal runterkommen, wird uns vielleicht bewusst, dass wir die Zeit für Oma und Opa, Mutter und Vater, eigentlich (gehabt) hätten und dass es auch im Alltag mit ein Bißchen mehr Rücksicht weitaus menschlicher herginge. Wir sollten uns das nur mal eingestehen.

Matthieu Ricard – Gedanken zur Selbstlosigkeit

Kennen Sie eigentlich Matthieu Ricard? Wenn nicht, dann will ich Ihnen diesen Menschen vorstellen. Ricard, das ist ein französischer Philosoph – Molekularbiologe und buddhistischer Mönch. Ganz nebenbei fotografiert er übrigens auch noch. Da er als offizieller Übersetzer des Dalai Lama tätig ist und in Nepal lebt, bieten sich ihm auch entsprechende Motive. Dieser interessante Mensch hat sich Gedanken darüber gemacht, was Altruismus, also Selbstlosigkeit, eigntlich ausmacht. Seine Thesen* finde ich sehr inspirierend und möchte sie daher an dieser Stelle zusammenfassend darstellen. Demnach ist unsere „wechselseitige Abhängigkeit “ die eigentliche Grundlage unseres Altruismus. Kurz: Der wahre Altruist hat erkannt, dass er in einer Gesellschaft eingebettet und auch abhängig von Anderen ist.

Dem gegenüber steht der Egozentrismus, der nach Ricard die Basis dafür darstellt, „sich und den Anderen ein erbärmliches Leben zu bescheren.“ Der Egoist ist verletztlich und sucht Schutz in der Blase seines eigenen Egos, wo Erfolge und Misserfolge für ihn eine unglaublich hohe Bedeutung bekommen.

Altruismus hingegen steht im Einklang mit der Interdepenz, mit dem Wunsch der Menschen nach Glückseeligkeit (gr. Eudaimonia), mit dem Bewusstsein von den Anderen. Dabei zählt die altruistische Liebe zu den positivsten aller Gefühlsregungen. Zwar ist der echte Altruismus schwer festzumachen, allerdings gibt es ja tatsächlich Situationen, in denen sich Menschen selbstlos verhalten. Ricard spricht sich nebenbei gegen die Existenz eines universellen Altruismus aus. Dieser geht davon aus, dass Menschen nur selbstlos sind, um sich selbst besser zu fühlen.

Es gibt, so stellt Ricard klar, verschiedene Unterarten des Altruismus. So ist die Mutterliebe als solche beispielsweise in einem bilologischen Altruismus begründet – also in einem biologisch angelegten Schutzinstinkt der Mutter gegenüber dem eigenen Kind und in der bedingungslosen Liebe der eigenen Nachkommen. Von diesem ‚Grundaltruismus‘ kann jedoch ein übergreifender Altruismus entspringen. Damit widerspricht Ricard der Theorie des egoistischen Gens von Richard Dawkins, der von einem kompetetiven und stets selektiven Verhältnis allen Lebens ausging.

Alleine durch Training und Meditation kann man seinen Altruismus weiterentwickeln und schulen, der die eigenen Grenzen sprengt. Genau das beweisen neueste Forschungen auf dem Gebiet der Neuroplastizität, die zeigen, dass sich unser Gehirn durch intensives Gefühls-Training verändert. Ich muss gestehen: Ich kannte diese Studien bereits von Geigern, Sportlern usw. Dass allerdings durch Gefühltraining möglich wird, sogar innere Haltungen nachhaltig zu verändern und beispielsweise empathisches Verhalten ausbilden kann, das hat mich erstaunt.

Untersucht wurden im Rahmen der Studien Menschen, die schon seit rund 30 Jahren meditiert haben. Bei ihnen hat man (unglaublich aber wahr) eine deutliche Veränderung der Gehirnaktivität bei der Meditiation über altruistische Liebe festgestellt, die in ihrer Intensität teilweise bis zu 1000mal stärker war, als bei nicht meditierenden Menschen. Mitgefühl ist damit keine spontane Gefühlsregung mehr, sondern ist etwas, was zur eigenen Lebensweise wird und sich auch organisch manifestiert.

Fazit: Grundmotiv des Altruismus ist, dass alle Lebewesen frei sein wollen von Leid. Er ist damit unabhängig von moralischen Kategorien, d. h. von erwarteter Bestrafung oder gar Belohnung. Ricard fundiert diese Aussagen damit, dass es immer wieder Menschen gibt, die anderen helfen – ohne Aussicht auf Belohnung oder Anerkennung, völlig selbstlos. Hier kann man dann quasi von dem authentischen Altruismus, sprechen, der sich erlernen und schulen lässt und den es zu erstreben gilt.

Mein persönliches Fazit: In den heutigen Zeiten ist es keineswegs einfach, in sich den Keim des wahren altruistischen Handelns überhaupt noch zu bewahren bzw. überhaupt auszubilden. Was Ricard und Enthoven diskutieren ähnelt daher eher einer Begriffsdiskussion, die die Motivation von wirklichem, zweckungebundenen Handeln, nicht zu entschlüsseln vermag. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass sich Altuismus eben nur im Handeln selber manifestiert, ohne dass wir jedoch über die Bewegründe der handelnden Person Auskunft erhalten. In der Sozialpsychologie hat man genau das erkannt und statt des Altruismus-Begriffs, den Begriff des prosozialen Verhaltens eingeführt. Auch die retrospektive Eigenbetrachtung durch die handelnden Person selbst vermag uns da nicht wirklich weiterzuhelfen. Was also meint Ricard, wenn er von einem echten, einem wahren Altruismus spricht? Wenn wir uns die verschiedenen Unterarten des Altruismus vor Augen führen, meint er sicherlich eine Art verinnertlichten Altruismus einer höheren Stufe, der auch gänzlich ohne ethische Qualifilkation gilt. Ob es uns jedoch vergönnt ist, in die von Ricard skizzierten höheren Sphären des Bewußtseins vorzustoßen und somit zum wahren Altruisten zu werden, bleibt abzuwarten.

*zusammengefasst aus der Arte-Sendung: „Philosophie – Altruismus“
Raphaël Enthoven diskutiert mit Matthieu Ricard zum Thema „Altruismus“: http://videos.arte.tv/de/videos/philosophie_altruismus-3821786.html

Die Freiheit nehm‘ ich mir…

Eigentlich ist diese Sache mit den Finanzen ganz einfach. Als ich meine Tochter (9 Jahre) vor einiger Zeit befragte, was sie sich denn am Liebsten von ihrem Geld kaufen würde, erhielt ich die prompte Antwort: “Ein Fahrrad.“ Das war für mich kein sonderlich großes Problem, denn immerhin hatte sie lange dafür gespart. Obendrein hatte ihr der Gang zur 1. hl. Kommunion ein respektables Finanzpolster verschafft. Unglaublich, was man da für„Einmal ein weißes Kleidchen anziehen und hübsch aussehen“ bekommt. Wenn man das mal auf einen Stundenlohn runter rechnet, wird schnell klar: Glauben lohnt sich – und zwar in diesem besonderen Falle auch finanziell. Gut, dachte ich mir,dann hat’se aus diesem Erlebnis ja was für’s Leben gelernt. Will sagen: Das Kind fand heraus, dass sie entsprechend sparen muss, wenn sie sich etwas Schönes gönnen möchte. Ein einfaches, fast parabel-artiges Erlebnis. Erst sparen – dann Belohnung. Stimulus – Reaktion. Eigentlich ganz einfach.

So hatte auch ich das bereits von meinen Eltern gelernt. Ok,
werden Sie sagen,jetzt kommt wieder das Gespräch von der harten Schule des Lebens, durch die nun jeder mal durch muss. Nö, falsch gedacht, denn das meine ich damit nicht. Vielmehr geht es mir darum, ein uraltes Prinzip zu verdeutlichen: Nur das, was ich habe, kann ich auch ausgeben. Wissen Sie, womit die Finanzkrise wirklich erst eingeleitet werden konnte, wie es wirklich los ging? Ausgelöst wurde die nämlich schon viel früher – und gesehen hat es JEDER. Wenn wir es uns als Adoleszente mit unseren Eltern gemeinsam vor dem Fernseher bequem gemacht hatten, dann schlug sie zu, die Verführung, mit all Ihren Waffen. Können Sie sich noch daran erinnern? Eine halb nackte Frau springt ins Meer, Sonne, Strand, sie schwimmt, die Wassertropfen perlen von ihrem gebräunten Körper ab. Bevor Sie sich nun in den von mir (zugegebenermaßen) provozierten Bildern verlieren, komme ich besser wieder auf die Storyline zurück.

Nun gut – diese Schönheit steigt aus dem Wasser und geht in einen Strand-Shop. Was haben wir Männer damals gedacht? Natürlich:Vielleicht hat sie ja was mit dem Typen da.. Aber nein! Nachdem die Dame ein wenig herum gestöbert hat, greift sie zu eine Sonnenbrille und zieht zum Bezahlen aus ihrem Badeanzug lässig ’ne Visa-Karte raus. Spätestens da war die Werbe-Massage auch bei uns Männern angekommen und wir wussten:Die Freiheit nimmt die sich – wenn nötig auch mit Sugar-Daddy’s Platin-Card. Ja: Dieser Werbespot war die Wurzel allen Übels.

Was damals also mit einem nett gemachten Werbefilmchen begann, das trug in den Köpfen einiger Adressaten Früchte. Sehen Sie sich die Werbeprospekte der großen Techno-Discounter an. Ohne eine Null-Prozent-Finanzierung geht da nix mehr. Der Stückchen-Kauf wird quasi zur Religion erhoben. Die Du kannst alles haben und zwar jetzt-Philosophie, pervertiert dargestellt im Wirtschaftsraum USA, greift nicht nur der Einzelhandel, sondern nehmen auch Banken dankend auf. Als ich beispielsweise vor Kurzem einen Einrichtungsgegenstand kaufte, den ich, wer hätte das gedacht, sofort bezahlte, erklärte mir ein leitender Angestellter ohne Zögern: “Und wenn Sie mehr [mehr = mehr Einrichtungsgegenstände]kaufen wollen, kein Problem, ich räume ihnen sofort einen Kredit von 5000 Euro ein.“ Dass dieser Kredit nicht wirklich für 0-Prozent zu haben war, das verschwieg der gute Mann mir natürlich. Vielmehr gab er mir zu verstehen, dass „gleich bezahlen“, heutzutage eher die Ausnahme darstellt. Verstehen Sie mich nicht falsch – in der Wirtschaft ist es wohl kaum möglich, etwas ‚Größeres‘ ohne eine finanzielle Spritze von Außen auf die Beine zu stellen – und das ein oder andere Mal gilt dies sicherlich auch im Privaten. Aber was ist, wenn ein privater Haushalt völlig aus dem Wohlstand auf Pump besteht? Vom Fernseher über die Couch bis hin zum Bett…

Banken und Großkonzernen kann man da zwar eine gewisse Teilschuld zu sprechen. Diese geben schließlich die Kreditangebote erst heraus und sind, en gros, sehr schlampig in Sachen Bonitätsprüfung.

Aber eigentlich geht es um etwas anderes. Es geht um das Erlernen einer neuen Genügsamkeit und des vernünftigen Wirtschaftens. Wieso stellen sich immer mehr Menschen unter das Diktat des Konsums, obwohl sie es (laut ihren Kontoauszügen) nicht dürften? Die Flucht in die neue Materialität in das Haben wollen hat viele Ursachen, die ich, zumindest in diesem Artikel, nicht alle untersuchen kann.

Allerdings sind für mich 3 Hauptprinzipien erkennbar:

  • Durch zunehmenden Werteverlust (z. B. in Glaube u. Religion) findet eine Entwurzelung der Individuen statt, die scheinbar nur mittels Konsum kompensiert werden kann.
  • Über gesellschaftlichen sowie medialen Druck wird das Bedürfnis nach dem ‚Glück‘ im Konsum gesteigert.
  • Durch mangelnde familiäre und pädagogische Einflussnahme wird es versäumt, ein grundlegendes Verständnis von nachhaltigem Wirtschaften überhaupt aufzubauen.

Was wir also erlernen und letztlich auch weitergeben müssen, ist das Wissen um die eigene materielle Begrenztheit. Es ist nun mal normal, dass sich nicht jeder alles leisten kann. Und das ist eigentlich so einfach, dass das auch schon ein 9-jähiges Mädchen ohne Probleme verstanden hat…

Unter die Haut gegangen

Tattoos zu haben, ist längst nicht mehr ein Zeichen plakativ zur Schau gestellter Non-Konformität. Umso normaler war daher für mich gestern der Gang in eines jener Tattoo-Studios, das, anders als es die allgemeinen Vorurteile gegenüber solchen Lokalitäten vermuten lassen, äußerst aufgeräumt und sauber daher kam. Nun bin ich persönlich kein Tattoo-Neuling, mit der Szene als solches schon länger vertraut und habe selber einige Tattoos. Wobei ich leider zugeben muss, dass ein paar davon mehr schlecht als recht gestochen wurden. Ich würde zwar nicht wirklich so weit gehen und sie als Jugendsünden bezeichen, aber unter den heutigen Tattoo-Maßstäben à la i La Ink und Co. würden sie wahrscheinlich keinen Blumentopf mehr gewinnen. Nichts desto trotz war ich es diesmal nicht selber, der sich den Händen des Tattoowierers (nein, es war keine Frau) ausliefern durfte. Wir kamen also in diesem nett aussehenden Tattoo-Studio an. Was meine Aufmerksamkeit auf sich zog, war die Art und Weise wie dieser Ort gestaltet war. Da hingen saubere Tapeten an der Wand, gläserne Austellungsvitrinen beherbergten diverse Schmuckstücke. Hinter der eigentlichen Empfangstheke – die natürlich mit einem Laptop versehen war – stand der Chef des Ladens. Eigentlich kein rauher Typ, so wie man sich ihn vorstellt, sondern nett, freundlich, fast schon strahlend. Wir haben Euch schon erwartet, rief er uns entgegen, als er uns sah. Wir – das waren meine Lebensgefährtin und eine ihrer Freundinnen, die sie aus längst vergangenen Schulzeiten kannte. neues tattoo zeitgeist blog

Ok – wir gingen durch den Laden in einen hinteren Bereich und gelangten schließlich in einen kleinen Seitenraum, wo uns bereits ein junger Mann (30?) mit sauber gestochenen Unterarm-Tattoos – ein Iron-Maiden-Cover rechts sowie ein Skull im Graffity-Style links – erwartete: Unser Tattoowierer.

Auch an diesem Mann mit gegelten und sauber geschnittenen Haaren konnte ich kein auflehnendes – aufrührerisches Element entdecken. Im Gegenteil: Er wirkte zuvorkommend, freundlich und wies gerade jenes Moment an Empathie auf, das es Frauen und Mädchen wohl ermöglichte, sich in seine Hände zu begeben. Übrigens: Das gilt natürlich auch für Männer – denn oft schon habe ich von bei der Tattoowier-Prozedur in Ohnmacht gefallenen Kerlen gehört.

Nun war also alles geklärt und meine Lebensgefährtin wohl in guten Händen. Als das Summen der Nadel zu mir durch drang – ich hatte es mir mit einer orientalischen Spezialität, einem Kebapteller im Vorraum bequem gemacht – kam auch mir wieder die Lust am „Tattoowieren lassen“ und ich stöberte einige Motivordner durch. Biomechanik, das gefiel mir und in mir reifte der Plan, in naher Zukunft mit dem netten Tattoowierer namens Michael, alles Weitere zu besprechen. Die Tattoowier-Sitzung als solches dauerte ingesamt rund vier Stunden. Gut gesättigt und mit viel Kaffee (siehe meinen vorherigen Artikel) ließ sich die Zeit jedoch gut überbrücken. Mehr noch: Es war tatsächlich interessant. So erfuhr ich beispielsweise, dass eine Tattoo-Ausrüstung der Marke Hot Needle rund 2000 Euro kostet (inkliusive Farben versteht sich) und dass Michael (der nette Tattoowierer), außer beim Tattoowieren, unter zitternden Händen leidet. Wie beruhigend, dachte ich mir. Aber zugegeben, dass was er da auf den Oberarm meiner Liebsten zauberte, konnte sich durchaus sehen lassen und zeugte von echtem Talent. Was ich an einer solchen künstlerischen Tätigkeit wirklich bewundere, ist die Konzentration, die der Künstler über einen langen Zeitraum aufbringen muss. Danach muss man sich doch unglaublich müde fühlen, oder?

Welche Bedeutung hat also das Tattoowieren heute noch – oder hat es gar keine mehr? Dies muss man, so denke ich, aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Für eine große gesellschaftliche Gruppe ist ein Tattoo zum Ausdruck ihres jeweiligen Lebensgefühls geworden. Klar – Lebensgefühle haben Tattoos schon immer symbolisiert – allerdings waren diese zuvor latent aggressiver und eigentlich Ausdruck der Auflehnung gegen das verhasste Establishment, den Maintream. Heutzutage bedienen Tattoos letztlich die Bedürfnisse gesellschaftlich betrachtet sehr heterogener Teilgruppen. Lassen Sie es mich so sagen: Ein Mädchen, das auf japanische Animés steht, geht genau so in das Studio wie der Raver. Während noch vor 25 Jahren das Tattoo quasi öffentlich stigmatisiert wurde, ist es heute kulturell ein Zeichen eines zumindest partiell genehmigten Identitäts-Ausdrucks. Damit büsst das Tattoo sicherlich an emanzipatorischem Potential ein, beraubt sich aber andererseits nicht seiner Daseinsberechtigung. Es hat sich sozusagen, den an es gestellten veränderten Anforderungen, angepasst. Das war auch nötig. Denn die Generation der 68er stibt langsam aus. Spaß beiseite: Es geht hier nicht um die 68er, sondern um die Gruppe der sozial – heute sagt man dazu glaube ich – Devianten. Wenn Eigenart jedoch zum Mainstream wird, findet für genau diese Gruppe in Sachen Tattoo sozusagen ein Prozess der Desymbolisierung statt und es macht für sie keinen Sinn mehr sich die Arme damit zu bestechen. Soviel zum Verlust an emanzipatorischem Potential bei Tattoowierungen.

Ein anderer Punkt, der die Kommerzialisierung des Tattoos einleitete, scheint mir die Veränderung des Schönheitsbegriffs und des Verständnis davon, was wirklich schön ist. Auch hier hat das Tattoowieren wiederum einendes Potential. Über viele gesellschaftliche Gruppe hinweg gelten Tattoos jedenfalls als subjektiv schön. Gut – das hat letztlich auch mit dem gestiegenen Qualitäts- und Leistungsstandard innerhalb der Tattoowier-Szene zu tun. Man braucht nicht erst die einschlägigen Magazine durchzublättern, um festzustellen, dass da oftmals echte Künstler am Werk sind. Anker und Meerjungfrauen werden da zu seltenen Exemplaren.

Aber leben wir tatsächlich in der Welt der unbegrenzten Toleranz? Sicher nicht. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die hoch gelobte Akzeptanz von Allem und Jedem einer gewissen Doppelmoral nicht entbehren kann. Ehrlich gesagt – ich bin selber tattoowier – tritt mir allerdings ein all zu passionierter Anhänger des Ich-bemale-meinen-Körper-Kults gegenüber, so erlebe auch ich in mir zunächst einen inneren Distanz-Mechanismus. Dies hat sicherlich mit einsozialisierten Normen und Werten zu tun, vielleicht sogar mit einer Art evolutionär bedingtem Schutzmechanismus. In einer gewissen gesellschaftlichen Klasse (ja, ich verwende an dieser Stelle diesen Begriff) gelten Tattoos nämlich schlichtweg als ‚unpassend‘. Zu nennen ist hier die ‚echte‘ aristokratische Klasse einerseits, sowie deren `Ableger‘, die Finanzbranche, andererseits. Warum auch immer, aber hier wird noch auf ein möglichst seriöses Auftreten der Angestellten gesetzt. Dass Tattoos dabei als unseriös gelten, diese Entscheidung entstammt wohl aus Besprechungen längst vergangener Tage. Machen Sie etwa Ihre Entscheidung, wem Sie Ihr Geld geben, davon abhängig, ob der- oder diejenige Ihnen mit oder ohne Tattoowierung gegenüber tritt? Hoffentlich nicht.

Fazit: Auch wenn viele Schwarzmaler den Untergang des Tattoo-Kults schon mehrmals vorausgesagt haben, bin ich der festen Überzeugung, dass die bunten Permanent-Bildchen überleben werden. Sie sind und bleiben Teil eines kulturellen und gesamtgesellschaftlichen Ausdrucks, der sich aufgrund seiner vielfälltigen Ausprägungen nie erschöpft. Im Akt des Tattoowieren lassens streben wir doch genau das an: Das eine Motiv, das uns von den Anderen unterscheidet und das uns aus der anonymen Masse heraustreten lässt. Dabei handelt es sich um ein all zu menschliches Bedürfnis: Der Wunsch nach gelebter Einzigartigkeit, gepaart mit einer gehörigen Portion Narzissmus, der im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht.